Pirmasens Am Rande: Hoffentlich hat der Beamte wenig zu tun

Immer diese Gier. Sie frisst die Menschen wohl früher oder später auf. Eines der jüngsten Beispiele: Reinhard Grindel, der vermeintlich integre Sportpolitiker, musste seinen Hut bei DFB, Fifa und Co. nehmen – nicht zuletzt, weil er eine Uhr geschenkt bekommen haben soll, deren Wert mit 6000 Euro beziffert wird. Bei der Stadtverwaltung Pirmasens ist es hingegen nicht so einfach, die Mitarbeiter mit exklusiven Präsenten zu beglücken. Sie dürfen Belohnungen oder Geschenke „grundsätzlich“ nicht annehmen, teilt die Stadt mit. Allerdings gibt es bei dieser, wie bei fast jeder Regel, eine Ausnahme: Geschenke aus dem Mitarbeiterkreis, etwa bei einem Dienstjubiläum. Irgendwie zählen diese Richtlinien auch für die Stadtspitze, aber eben auch mit einer Ausnahme. Oberbürgermeister, Bürgermeister und Beigeordnete dürfen Geschenke im Wert von bis zu 310 Euro annehmen. Die Pressestelle der Stadt klärt jedoch auf, dass die Präsente, sofern das möglich sei, dienstlich genutzt würden. Bilder würden nach Möglichkeit in den Dienstgebäuden aufgehängt oder im Fundus gelagert. Allerdings seien Geschenke an Vertreter der Stadt, insbesondere von Unternehmen, heute nicht mehr üblich. Stattdessen würden etwa an Weihnachten Grußkarten übersandt mit dem Hinweis, dass statt eines Geschenks für gemeinnützige Zwecke gespendet wird. Unabhängig davon hat die Stadt sogar einen eigenen Antikorruptionsbeauftragten – einer der wenigen Beamten, dem man möglichst wenig Arbeit wünscht ...