Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Achim Ropers schreibt Bestseller um für die Bühne

Das Arme Kreative Theater probt „The Circle“: Am Tisch (von links) Gudrun Müller, Tabea Bühler, Marc Maday, Bianca Theiß, Alexan
Das Arme Kreative Theater probt »The Circle«: Am Tisch (von links) Gudrun Müller, Tabea Bühler, Marc Maday, Bianca Theiß, Alexander Nicolay, Beatrice Monreal, Denise Raquet-Stark und Alexander Simonow. Hinten stehen (von links) Heinz Pfeffer, Gisi Justus, Peter Wilhelm und Achim Ropers Foto: Seebald

Mit „The Circle“ bedient sich AKT in diesem Jahr eines Romans von Dave Eggers, der 2014 in Deutsch erschienen ist und sich dem Thema Digitalisierung in überspitzter Form annimmt. Um das Ganze inszenieren zu können, hat Ropers die Vorlage des amerikanischen Welterfolgs in ein Theaterstück umgeschrieben. Die Struktur der amerikanischen Prosa habe sich bestens dazu geeignet, sie zu dramatisieren.

In „The Circle“ geht es, laut Klappentext, um die 24-jährige Mae Holland, die einen neuen Job in der hippsten Firma der Welt, beim „Circle“, ergattert hat – einem freundlichen Internetkonzern mit Sitz in Kalifornien, der die Geschäftsfelder von Google, Apple, Facebook und Twitter geschluckt hat, indem er alle Kunden mit einer einzigen Internetidentität ausstattet. Über diese Internetidentität kann nahezu alles abgewickelt werden. Mit dem Wegfall der Anonymität im Netz – so ein Ziel der „drei Weisen“, die den Konzern leiten – wird es im Internet keinen Schmutz und auch keine Kriminalität mehr geben.

Mae stürzt sich voller Begeisterung in diese schöne neue Welt mit ihren lichtdurchfluteten Büros und teuren Restaurants, wo Sterneköche kostenlose Mahlzeiten für die Mitarbeiter kreieren, wo internationale Popstars Gratis-Konzerte geben und fast jeden Abend angesagte Partys gefeiert werden. Sie wird zur Vorzeigemitarbeiterin und treibt den Wahn, alles müsse transparent sein, auf die Spitze.

Aufführungsrechte aus den USA bekommen

„Die Thematik dieses dystopischen Romans beschäftigte mich so sehr, dass ich den Versuch unternahm, ihn zu inszenieren. Das fertige Stück orientiert sich einerseits ganz dicht an der Vorlage, verzichtet aber andererseits auf die nicht so wichtigen Nebenschauplätze“, erklärt der Regisseur, der aus den USA die Aufführungsrechte für seine Inszenierung bekommen hat.

So lässt Ropers die Hauptfigur Mae von gleich zwei Schauspielerinnen darstellen, während die dreiköpfige Konzernleitung zu einer Person zusammengerafft wird. Bereits beim Umschreiben des Romans habe er die Personen vor Augen gehabt, die für die insgesamt 13 Rollen dieses Stücks in Frage kamen. So wurde das Personal des Romans an die Akteure angeglichen.

Das Stück kann die Schauspieler schnell begeistern

„Durch scheinbare Freiheiten entstehen in ,The Circle’ Abhängigkeiten – damit sind wir an der heutigen Realität in Bezug auf Google und Co. sehr nahe dran. Diese negative Utopie kann im Grunde das sein, was uns Menschen in überspitzter Form durch komplette Transparenz eines Tages blüht“, meint Ropers zudem. Mit dieser selbstgeschriebenen Dystopie habe er seine Schauspieler vor Monaten schnell begeistern können.

Nun gelte es, an insgesamt vier Aufführungsterminen das Pirmasenser Publikum zu begeistern. Gespielt wird dabei übrigens in bester AKT-Manier. Wie in früheren Jahren sitzt das Publikum an allen Aufführungstagen mit auf der Bühne, die Platz für bis zu 100 Personen bietet. „Dabei muss niemand Angst haben, dass er bei uns mitspielen muss. Auch das hatten wir schon in früheren Produktionen. Wir freuen uns, wenn unser Publikum die Geschichte stattdessen mit uns lebt und mit uns in eine mögliche Zukunft unserer Zivilisation blickt“, so Ropers.

Infos

Die Premiere der neuesten Arbeit des Armen Kreativen Theaters findet am 15. November um 20 Uhr in der Festhalle Pirmasens statt. Weitere Aufführungstermine sind am 16., 22. und 23. November, ebenfalls um 20 Uhr. Die Karten gibt es für 14 (ermäßigt sieben) Euro an der Abendkasse oder vorab beim Pirmasenser Kulturamt, Telefon 06331/842352.

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