Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Abriss als Startsignal für den Bau des Schuhstadt-Centers

Am Donnerstag starteten die letzten Abrissarbeiten auf dem früheren Kaufhallengelände, um Platz für das Schuhstadt-Center zu sch
Am Donnerstag starteten die letzten Abrissarbeiten auf dem früheren Kaufhallengelände, um Platz für das Schuhstadt-Center zu schaffen.

„So eine Baustelle hatte ich noch nie.“ Architekt Christoph Arnold war am Donnerstag die Erleichterung anzusehen, als die Abrissbagger die Zähne in das vertrackte Rückgebäude von Schlossstraße 19 bohrten. Wenige Minuten später fielen die ersten Wände. In wenigen Wochen sollen die Bauarbeiten für das Schuhstadt-Center voll anlaufen.

„Das war eine ganz heikle Geschichte“, meinte Architekt Christoph Arnold beim Rundgang auf dem ehemaligen Kaufhallen-Gelände. Bevor der Abrissbagger loslegen konnte, mussten Wände und statisch tragende Decken im eigentlich abzureißenden Haus für viel Geld mit Stahlträgern gesichert werden. Ansonsten hätte ein unkontrollierbarer Zusammenbruch des Gebäudekomplexes mitsamt Mauern der Nachbargebäude gedroht. Ganz behutsam seien Mauerteile dann entfernt worden und am Mittwoch habe schließlich mit dem Abschneiden der gerade frisch angebrachten Stahlträger begonnen werden können. Seit Donnerstagmorgen wird nun mit grobem Gerät abgerissen. Die Statik sei komplett von den Bestandsgebäuden getrennt, in denen schließlich Menschen wohnen. Arnold hofft, in 14 Tagen mit dem Abriss fertig zu sein, dann werden der Abbruch durch den schon vorhandenen Schredder geschickt und mit dem geschredderten Bauschutt das Gelände aufgefüllt. Ein Höhenunterschied von 1,50 Metern müsse aufgefüllt werden.

„Dann geht es unverzüglich an den Neubau“, betont Arnold. Der 100 Quadratmeter große Pavillon an der Ecke steht schon im Rohbau. Dort war das Gelände schon genug vorbereitet. Was dort rein soll, wollte Arnold nicht verraten. Nur so viel: Es werde der Lebensmittelnahversorgung dienen. Die hätte der Biofrischmarkt übernehmen sollen, der mit 386 Quadratmetern Fläche den größten Raum im neuen Schuhstadt-Center einnehmen sollte. Die saarländische Betreiberfamilie hatte jedoch im vergangenen Jahr den Pirmasenser Standort wegen rückläufiger Umsätze komplett aufgegeben und ist vom Mietvertrag zurückgetreten. Das Projekt hatte sich ohnehin stark verzögert.

Was jetzt geplant ist

Aktuell sind fest vermietet nur die 310 Quadratmeter für ein Café der Wasgau-AG, das ähnlich wie in Dahn eine Mischung aus Backwarenverkauf und Café sein soll. Dazu kommen 60 Quadratmeter für einen Concept-Store, den der Projektentwickler Patrick Buch betreiben will. Was dort verkauft wird, ist noch nicht bekannt. Zu vermieten sind außerdem 145 Quadratmeter im Erdgeschoss. Die darüberliegenden Seniorenwohnungen werden weiterhin von der Caritas betrieben. 25 Parkplätze entstehen unter anderem auf dem Gelände, das jetzt durch den Abriss des Rückbaus von Schlossstraße 19 frei wird. Im vorderen Hausteil wohnen weiterhin Menschen. Das Gebäude gehört der Stadt. Ebenso wie der noch stehende Gebäudeteil von Holz Brödel, der noch übrig geblieben ist.

Das Projekt Schuhstadt-Center war mit großen Plänen für ein Schuhoutlet mit Rizzigalerie und Restaurant vor Corona gestartet, verzögerte sich jedoch mehrfach. Neben der Fläche der Kaufhalle sollten weitere Flächen in der Höfelsgasse wie das frühere Autohaus Zimmermann dazukommen. Sogar für die Stadtbücherei war ein größerer Raum vorgesehen. In der Coronazeit sprang ein Projektentwickler ab. Zurück blieben Buch mit einem Investor und Arnold als Architekt, die das dann verkleinerte Schuhstadt-Center mit Schwerpunkt auf Gastronomie und Lebensmittelhandel sowie seniorengerechter Wohnanlage realisieren wollen.

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