FUSSBALL RHEINPFALZ Plus Artikel Ab nächsten Montag wieder Training beim FK Pirmasens

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Ab dem morgigen Mittwoch darf unter Corona-Einschränkungen wieder auf Freiluft-Sportanlagen trainiert werden. Also sind auch bei den Amateurfußballern Übungseinheiten mit Abstandswahrung möglich. Der Deutsche Fußball-Bund hat dazu an seine Vereine einen Leitfaden mit dem Titel „Zurück auf den Platz“ verschickt. Der FK Pirmasens will nächsten Montag loslegen.

Der DFB hat klar gestellt, unter welchen Bedingungen ein Fußballtraining stattfinden kann. Um die Ansteckungsgefahr zu minimieren, sind unter anderem das Abklatschen, gemeinsamer Jubel, Spucken oder Naseputzen auf dem Feld verboten, vor dem Training soll man die Hände waschen, alle sollen bereits umgezogen zum Training erscheinen, und nach dem Training geht es ohne Dusche sofort nach Hause.

Stadt gibt Stadien frei

Beim größten und hochrangigsten Fußballverein der Südwestpfalz, dem FK Pirmasens, wird am Samstag der Arzt des Regionalligateams, der an der Uniklinik Homburg tätige Nils Veith, vor allen FKP-Trainern einen Vortrag über das vom DFB präsentierte, auf die Bedingungen im Sportpark Husterhöhe abgestimmte Hygienekonzept halten. „Nächsten Montag beginnen wir dann wieder dem freiwilligen Trainingsbetrieb“, informierte am Montag FKP-Präsident Jürgen Kölsch. Die Stadt Pirmasens hat am Montag mitgeteilt, dass der städtische Sportpark Husterhöhe und das städtische Stadion Spesbach ab Mittwoch wieder genutzt werden dürfen.

Regionalliga tagt

Wie lange und wie intensiv beim FKP ab Montag trainiert wird, bleibt abzuwarten. Kölsch: „Zumindest können sich Spieler und Trainer, die aufhören, bei einem gemeinsamen Training voneinander verabschieden.“ Während für das zweite Herrenteam (Verbandsliga) und alle in Ligen des Südwestdeutschen Fußball-Verbands spielenden Jugendmannschaften die Saison bereits abgebrochen ist, hängen die erste Mannschaft sowie die in der Regionalliga spielenden A- und C-Junioren des FKP noch in der Luft. Die Herren-Regionalliga berät sich am Dienstag ab 16 Uhr in einer Videokonferenz.

Genügend Trainer?

Der sportliche Leiter des FKP, Peter Tretter, freut sich einerseits, dass Fußball in eingeschränkter Form wieder möglich ist, dass sich die Spieler mal wieder treffen, doch sieht er andererseits bei der Umsetzung der immensen Vorgaben für ein Training unter Corona-Bedingungen Probleme. Da nur in Kleingruppen trainiert werden dürfe, stelle sich auch die Frage: Gibt es genügend Trainer? Außerdem benötige man getrennte Ein- und Ausgänge. Auch müssten Vorab-Erhebungen von jedem Spieler vorgenommen werden. Jeder muss mittels eines Fragebogens bestätigen, dass er gesund ist und nicht in Kontakt mit einem Infizierten stand. „Das kann ich nicht im ersten Training klären. Da muss eine Menge Vorarbeit geleistet werden“, sagt Tretter, der mit Kontrollen durch das Ordnungsamt rechnet. Generell sei es okay, im Jugendbereich vorübergehend ausschließlich Schwerpunkte zum Beispiel im Technikbereich zu trainieren. Bei den Herren lasse sich darüber streiten, was ein Training ohne Zweikampfsituationen bringe.

Platzpflege statt Training

Beim SC Hauenstein wird es laut Sportvorstand Udo Memmer auch in nächster Zeit kein Training geben – weder für Herren noch für Jugendteams. „Die Runde ist doch jetzt eh beendet. Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere erste Mannschaft vor der Sommerpause noch mal den Trainingsbetrieb aufnimmt“, sagte Memmer. „Vor dem 1. September rechne ich nicht damit, dass wieder gespielt wir. Und selbst das ist mehr als fraglich.“ Er selbst ist Trainer der Hauensteiner E-Jugend. Er stellte die Frage in den Raum, ob es nötig sei, „jetzt ein Risiko einzugehen“. Der SCH verfügt über einen eigenen Rasenplatz und darf zudem das angrenzende Wasgaustadion nutzen. Dieses gehört aber dem Kreis und ist aktuell noch gesperrt. Im Moment werde die Zwangspause dazu genutzt, beide Plätze zu pflegen.

Lug legt los

Dreieinhalb Kilometer südöstlich beim ASV Lug/Dimbach ist dagegen ab Mittwoch Jugendfußball wieder gestattet. ASV-Vorsitzender Winfried Schäfer nannte seinen Jugendtrainern dafür fünf Voraussetzungen:

1. Auf dem Rasen müssen die Mindestabstände eingehalten werden.

2. Es dürfen keine Zweikämpfe stattfinden.

3. Umkleidekabinen und Duschen dürfen nicht genutzt werden.

4. Die Jugendspieler müssen schon in Trainingsbekleidung zum ASV-Gelände kommen und dürfen sich dort unter der offenen Pergola nur noch ihre Fußballschuhe anziehen.

5. Die Eltern müssen dem freiwilligen Trainingsbesuch schriftlich zustimmen.

Sehr viele Vorgaben

Der Trainer des SV Obersimten, Steffen Decker, schlägt dagegen ähnliche Töne wie der Hauensteiner Memmer an. „Wir wollen jetzt nicht voreilig wieder anfangen. Wenn der Rahmenplan wie besprochen bleibt, werden wir versuchen, eine normale Saisonvorbereitung durchzuführen. Aber momentan ist ja gar nichts normal“, merkt Decker zur Lage an. Decker weiter: „Es sind so unglaublich viele Vorgaben einzuhalten. Und wer soll das alles verantworten und kontrollieren? Natürlich kann man auch individuell trainieren. Aber für ein richtiges Fußballspiel sind diese Einschränkungen natürlich fernab jeglicher Realität.“

Ebenfalls weiter auf Eis gelegt ist der Trainingsbetrieb beim SV Lemberg, der umfangreiche Jugendarbeit betreibt. Vorsitzender Andreas Faass will erst einmal „bis mindestens Juni“ abwarten, wie sich die Situation nach der Rückkehr der Kinder und Jugendlichen in die Schulen entwickelt. Faass: „All die Vorgaben zu bewältigen, ist mehr als schwierig.“ Es sei auch nicht zumutbar, dass am Ende die Trainer für alles den Kopf hinhalten müssten.

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