Pirmasens A-Junioren-Trio feiert „oben“ Debütanten-Ball
EPPELBORN. Vor Freude hüpfen oder doch eher Haare raufen? Nachdem sich seine Kicker kurz vor und nach dem Abpfiff in beidem geübt hatten, kraulte sich Coach Sebastian Reich nachdenklich am Vollbart. „Hm. Tja. Eigentlich bin ich zufrieden. Aber ...“ Eigentlich war auch ihm das 1:1 (0:0) beim Abstiegskampf-Rivalen FC Hertha Wiesbach ein bisschen dürftig. Vor allem deshalb, weil die blutjunge Oberliga-Truppe des FK Pirmasens 40 Minuten in Überzahl nicht hatte nutzen können (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete).
Es gab reichlich „Aber“ zu hören nach der Jahres-Auftaktpartie im saarländischen Eppelborn. Ums Haar hätte Helmut Berg einen prima Einstand auf der Hertha-Bank feiern dürfen. Aber Kevin Rose vergällte dem Meistermacher vom Mai 2013 das Comeback. Der Ex- und nunmehr Interimscoach, der für den geschassten Heiko Wilhelm das Ruder übernommen hat, musste mit ansehen, wie Rose in einem wahren Bein-Gewimmel ein Löchlein erspähte. Der acht Minuten zuvor aufs Feld gesandte Joker stach. Rose flitzte im Fünfer parallel zur Torlinie quer vom kurzen zum langen Pfosten, um den Ball zwischen vier Feldspielern plus Ersatzkeeper Philippe Persch hindurch einzulochen. Das Quartett hatte, dicht gedrängt, den Winkel arg eingeengt. Schwupps, und weg war nach diesem FKP-Kunststück der sicher geglaubte Dreier für die Hausherren. Die waren erst in der 86. Minute – und das in Unterzahl – in Front gegangen. Überraschend, mit sehenswertem Distanzschuss Marke Patrick Ackermann. Aber: Es reichte nicht. Wiederum ein Aber, diesmal von der anderen Seite: „Das darf nie fallen. Wir hätten vorher dreimal klären können“, waren Coach Reich wie Kapitän Jannik Nagel beim Zählen der verpassten Chancen zum wirkungsvollen Verteidigen dieses Gäste-Angriffs zum selben Resultat gelangt. Links hinter Merlin Schäfer prangte 86 Minuten lang ein Resultat so ganz nach Wunsch des Keepers. Dort stand bei der Heimelf die Null. Dass sie sich noch in eine Eins verwandelte, verhagelte dem A-Junior bei seiner Oberliga-Premiere merklich die Laune. Aber hinterher war er dann doch „ziemlich zufrieden“ und räumte ein: „Zu halten gab’s heute ja leider nix.“ Gern länger die Null gehalten hätte Schäfers Gegenüber Julian Wamsbach. Der aber sah Rot, nachdem er Heraldo Jorrin knapp jenseits der Strafraumlinie umgewuchtet hatte (52.). „Es waren zwei Spieler näher zum Tor“, fand übrigens Berg die Schiri-Entscheidung falsch. Von da ab „hätten wir besser pressen müssen, aber da war echt ein Loch“, sprach Reich das Haar in der Suppe an. Die Defensivabteilung hatte vorzüglich dicht gemacht, so gut wie nichts zugelassen. Aber beim Aufrücken in Halbzeit zwei lief es oft zu behäbig. Das aber lag nun nicht an Noah Karl und Luca Eichhorn. Die beiden Talente durften für 21 Minuten (Karl) beziehungsweise ein Viertelstündchen Merlin Schäfers Match-Auftritt zum dreiköpfigen Debütanten-Ball ausbauen. Während der Keeper dafür gestern frei hatte, waren seine Kameraden am Nachmittag schon wieder am Ball und führten die A-Junioren in der U19-Regionalliga zum 3:1-Sieg gegen Koblenz. Lieber als gestern zum 1:0 hätte Eichhorn – ein letztes Aber – wohl am Samstag in Wiesbach getroffen.