Pirmasens 85 von 90 möglichen Punkten geholt

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Im Spieljahr 2013/14 verlor der SC Weselberg nur zwei Begegnungen in der B-Klasse West. In der gerade zu Ende gegangenen Runde schaffte es nur Vizemeister SV Bottenbach, den SCW zu bezwingen. Und so holte sich Weselberg mit phänomenalen 85 Punkten (von 90 möglichen) bei einem Torverhältnis von 143:19 die Meisterschaft und sicherte sich zudem mit einem 2:0 im Finale gegen A-Klässler FC Dahn den Kreispokal. Eine traumhafte Saison.

„Wir verfügen über eine Supermannschaft, die in zwei Jahren eng zusammengewachsen ist“, erzählt Volker Reinig, zusammen mit Wendelin Bold Spielleiter beim Sportclub. Und Attila Baum, der am 9. November 2014 die Nachfolge von Trainer Sven Blauth antrat, ergänzt: „So einen Zusammenhalt habe ich sonst noch nie erlebt. Am Vatertag sind wir mit 50 Mann wandern gewesen, und zur Abschlussfahrt nach Düsseldorf haben sich 35 Spieler angemeldet.“ Reinig schreibt den beiden Trainern Blauth und Baum großen Anteil am Erfolg zu. „Man merkt in vielen Bereichen, dass sie über Erfahrung aus höheren Ligen verfügen. Das sind zwei richtig gewiefte Taktiker.“ Reinig attestiert den beiden Trainern, dass sie es verstanden hätten, mit sehr viel Spaß für die Spieler das Training zu organisieren. Baum indes glaubt sogar, dass er für die B-Klasse einen zu hohen Aufwand betrieben habe. Er habe sich permanent über die Schwächen und Stärken seiner Gegner informiert, verletzte Spieler oder seinen Vater als Scouts zu den Partien der nächsten Gegner beordert. Er hat sogar einmal das Training verschoben, um Bottenbach beobachten zu können. Jenes Bottenbach, das am 8. März mit 7:0 abgeschossen wurde. Es war der 19. Spieltag, und Weselberg löste den bis dahin sehr erfolgreichen, auf einer Euphoriewelle dahin schwebenden SVB an der Spitze des Tableaus ab, gab die Tabellenführung nicht mehr ab und erreichte bereits am viertletzten Spieltag sein Ziel: die Meisterschaft. Attila Baum ist eigentlich Regionalligaspieler beim FK Pirmasens, konnte nach einer schweren Knieverletzung allerdings nicht mehr kicken und brachte seine freie Kapazität beim SCW ein, als es zwischen Blauth und dem Sportclub „nicht mehr so stimmte“, wie Reinig sagt. Baums jüngerer Bruder Alexander kickt im Mittelfeld der Weselberger, weshalb Attila Baum bereits seit langem Kontakt zum SCW hatte. Der Freizeitjob, den er zeitweise mit Gehhilfen ausübte, machte dem 29-Jährigen riesigen Spaß. In 16 Punkt- und drei Pokalspielen unter Baums Regie fuhr Weselberg samt und sonders Siege ein. „Attila machte das alles unentgeltlich. Er wollte seinem Bruder und dem Verein helfen“, betont Reinig. Rückhalt des Meisterteams war der verbandsligaerfahrene Torhüter Steffen May, der zudem fünf Elfmeter verwandelte. Seit dem Kindergarten kennt sich die Abwehr der Weselberger mit den Cousins Marco (19) und Patrick Kessler (20) sowie Manuel Kiefer (20). Und der vom SV Hermersberg gekommene Kevin Büchler (19) habe als Kind „oft in der gleichen Jugend wie die drei gespielt“, erzählt Reinig. Marco Kessler ist zwar „nur“ 1,78 Meter groß, aber ein überragender Kopfballspieler. Er war auch im Pokalfinale gegen Dahn per Kopf erfolgreich. Innenverteidiger Patrick Kiefer ist stark im Zweikampf und im Stellungsspiel. „Klein, quirlig, schnell“ – das sind laut Reinig die Eigenschaften von Linksverteidiger Kiefer. Auf der Sechs war bis zu seiner Verletzung Kapitän Sven Juner gesetzt. Als seinen Vertreter holte Trainer Baum den bereits in Fußballerrente gegangenen Reinig zurück und war begeistert von ihm. Alexander Baum gab den offensiveren Part der Sechs. Artur Hermann überzeugte im Mittelfeld mit Dynamik und Kraft, derweil Andy Lehmann mit Übersicht, Routine und einem harten Schuss seinen Teil zum Erfolg beitrug. Einer, der „die Mannschaft mitreißt, immer lange Wege geht“ und immerhin 23 Tore schoss, ist der vom FKP II gekommene Sebastian Schütz. Tobias Müller verletzte sich in Bottenbach, sonst wäre er sicher auf mehr als 19 Einsätze gekommen. Der Mittelstürmer der Weselberger, Sascha Huhn, ist so gebaut, wie man sich einen Zimmermannmeister vorstellt: groß, robust, athletisch. Fleißig und mannschaftsdienlich war er auch noch. Baum will nächste Runde wieder beim FKP spielen. Sein Nachfolger als Trainer ist der Hermersberger Karsten Bernhard. Der Meisterkader Tor: Steffen May (27 Jahre/30 Einsätze/5 Tore), Sven Schütz (32/1/0). Abwehr: Manuel Kiefer (20/30/1), Patrick Kessler 819/30/2), Marco Kessler (19/28/11), Carsten Raulin (24/18/0), Sven Blauth (29/14/6), Ricardo Eisel (24/13/1), Marc Ziegler (22/13/2), Tobias Kiefer 831/6/0), Daniel Heinz (21/1/0), Julian Adrian (22/1/0), Daniel Gortner (27/1/0) Mittelfeld: Kevin Büchler (19/29/30), Sebastian Schütz (27/27/23), Artur Hermann (19/22/6), Andy Lehmann (31/22/2), Alexander Baum (19/21/5), Sven Juner (25/20/8), Tobias Müller (26/19/3), Florian Graßmann (21/6/1), Volker Reinig (40/5/0), Julian Bold (18/2/0), Carsten Schweizer (21/1/0) Sturm: Sascha Huhn (34/24/18), Michael Treinen (31/ 11/5), Markus Kessler (23/3/6).

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