Fußball
Ärger in Bottenbach über Spielabsage-Urteil, motivierender Kommentar in Höhmühlbach
FC Fehrbach: Platzverweis nach dem Abpfiff
Rot nach dem Schlusspfiff gibt’s im Fußball immer mal wieder. Auch vergangenen Sonntag beim C-Klasse-Spiel FC Fehrbach II gegen Pirmasenser SV. Da gab es auf dem Spielfeld ein „Wortgefecht und eine leichte Schubserei“, berichtet FCF-Spielertrainer Lukas Heinrich. Die Rote Karte sah nur der Fehrbacher Sebastian Becker und nicht dessen Kontrahent vom PSV. Heinrich verstand dies nicht, machte aber kein Fass auf, sondern mahnte seinen jungen Mitspieler: „Lass dich nicht provozieren!“
SG Maßweiler/Höhmühlbach: Motivierender Kommentar
Moral schreibt man mit „M“ wie Maßweiler. Beide Begriffe gehören zusammen, wie das A-Klasse-Match der SG Maßweiler/Höhmühlbach am Sonntag auf dem Hartplatz von Rot-Weiß Höhmühlbach gegen den SVN Zweibrücken belegt. 0:3 lag die SG in der zweiten Halbzeit hinten. Doch Spielertrainer Manuel May spornte seine Mitspieler an: „Die haben vorige Woche schon mal drei gekriegt.“ Das hörte sein Trainerkollege Mentor Shabani und antwortete: „Aber nicht gegen euch“ (sondern bei Tabellenführer Contwig). Der Kommentar setzte Kräfte frei: Binnen drei Minuten (76., 78. und 79.) trafen zweimal Jannis Franze (2) und Sascha Joas, der aushelfende Spielertrainer der zweiten Mannschaft, zum 3:3-Endstand. „So ein Punkt tut besonders gut“, sagte der 39-jährige Joas, und May sprach von einem „gefühlten Sieg“.
SV Bottenbach: Großer Ärger über Spielabsage-Urteil
Und da war da noch eine Spielabsage am 8. Oktober, einem verregneten Dienstag. D-Jugendliche der JSG Bottenbach/Rimschweiler und der JSG Wiesbach/Sickingerhöhe sollten da im Kreispokal in Bottenbach gegeneinander antreten. Doch dann hat Bottenbachs Jugendleiter Bernd Clauer Vernunft walten lassen. Warum die Gäste und den Schiedsrichter umsonst anreisen lassen, um dann gemeinsam vor Ort die Unbespielbarkeit des Platzes festzustellen? Warum Erkältungen und Verletzungen Vorschub leisten, warum sich den von der Gemeinde gepachteten Platz kaputtmachen lassen, wenn doch angepfiffen würde? Es sei doch offensichtlich, dass nicht gespielt werden kann. Also sagte Clauer dem zustimmenden Gegner ab, schrieb dem Schiri eine E-Mail, weil er ihn telefonisch nicht erreichen konnte, und er informierte D-Junioren-Kreisspielleiter Heinrich Ziegler. Alles schien in Butter.
Doch dann flatterte dem SV Bottenbach ein Urteil der Gebietsspruchkammer ins Haus. Es stehe dem SVB nicht zu, ein Spiel gerade mal so abzusagen. Ob ein Fußballplatz bespielbar sei, entscheide der Schiri oder der Klassenleiter. Das Spiel wurde mit einer kampflosen Bottenbacher 0:2-Niederlage gewertet. Das ist nicht das Schlimmste. Die Urteilskosten summieren sich auf rund 200 Euro.
Den Vorsitzenden des SV Bottenbach, Thomas Schweitzer, ärgert das: „Wir, die Vereine, unterhalten, pflegen, setzen instand und richten die Sportplätze Woche für Woche her, um den Spielbetrieb zu ermöglichen. Vorstände, Platzwarte, Mitglieder und Helfer stellen sich zur Verfügung, um Eigentum oder gemietete Flächen zu pflegen. Ein Spiel unter den Bedingungen am 8. Oktober auszutragen, wäre ein Schlag ins Gesicht gewesen für unsere freiwilligen Helfer. Hätte das Spiel stattgefunden, hätte der Platz großen Schaden genommen. Wäre dann der Südwestdeutsche Fußballverband eingesprungen und hätte Schadenersatz und Wiederherstellungskosten übernommen?“
Also sei es doch plausibel gewesen, frühzeitig abzusagen. Plausibel vielleicht, aber nicht satzungskonform. Es ist nicht auszuschließen, dass in einem nächsten, ähnlich gelagerten Fall die Eigentümerin des Grüns, die Gemeinde Bottenbach, den Platz einfach sperrt.