Asylpolitik Rheinland-Pfalz nimmt in diesem Jahr wieder mehr Geflüchtete auf
Die Erstaufnahmestellen für Asylbewerber in Rheinland-Pfalz haben seit Beginn des Jahres rund 600 Menschen mehr aufgenommen als im gleichen Vorjahreszeitraum. Bis Ende Mai wurden dem Land nach Angaben des Integrationsministeriums 2099 Geflüchtete über das bundesweite Verteilsystem EASY zugewiesen. In den ersten fünf Monaten 2020 waren es 1490. Zuvor war die Zahl der neu in Rheinland-Pfalz aufgenommenen Flüchtlinge nach dem Höchststand 2015 fünf Jahre in Folge zurückgegangen.
Im gesamten vergangenen Jahr fanden 4365 Menschen Zuflucht in Rheinland-Pfalz, die meisten von ihnen aus den Konfliktgebieten Syrien, Afghanistan und Pakistan. Der Rückgang der Asylzugangszahlen 2020 wurde vom Integrationsministerium in Mainz vor allem auf die Reisebeschränkungen infolge der Corona-Pandemie und auf die fortgesetzten Maßnahmen gegen die Einreise von Flüchtlingen an den europäischen Außengrenzen zurückgeführt.
In den vier Aufnahmeeinrichtungen für Asylbegehrende (AfA) lebten Ende Mai 2130 Männer, Frauen und Kinder. Die meisten (699) waren in Speyer untergebracht. Danach folgten Hermeskeil (651), Kusel (393) und Trier (387). Bei einer sozialverträglichen Kapazität von 3280 Plätzen bedeutet dies eine Auslastung von 65 Prozent.