US-Militär Ramsteiner Weltraumzentrum: bisher drei Nationen beteiligt

Als Luftwaffenstützupunkt bekannt, aber auch für den Weltraum zuständig: die US Air Base in Ramstein, die auch Nato-Stützpunkt i
Als Luftwaffenstützupunkt bekannt, aber auch für den Weltraum zuständig: die US Air Base in Ramstein, die auch Nato-Stützpunkt ist.

Das im Oktober 2020 auf der Ramsteiner Airbase eingerichtete Weltraumzentrum der Nato soll in den kommenden Monaten zusätzliches Personal erhalten. Das erklärte jetzt der amerikanische Luftwaffengeneral Tod D. Wolters in einem Journalisten-Briefing, an dem auch die RHEINPFALZ teilnahm. Wolters ist Supreme Allied Commander Europe am Nato-Hauptquartier im belgischen Mons und war früher in Ramstein stationiert.

Aktuell seien drei Nationen mit Experten an dem Zentrum beteiligt: die USA, Großbritannien und Deutschland. Sie überwachen Satelliten des Atlantischen Bündnisses und sammeln Daten über mögliche Bedrohungen. Die genaue Anzahl und Ausstattung der Mitarbeiter ist geheim. „Wir bleiben fokussiert wie ein Laser“ an diesem Projekt zur Weltraumüberwachung, betonte Wolters.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hatte hierzu im Herbst betont: „Die Nato hat nicht die Absicht, Waffen im Weltraum zu stationieren, aber wir müssen sicherstellen, dass unsere Missionen und Operationen die passende Unterstützung haben.“ Die Planungen der Nato sind die Folge einer Grundsatzentscheidung aus dem Jahr 2019, das All zu einem eigenständigen Operationsgebiet zu erklären. Das heißt: Die Allianz diskutiert inzwischen intensiv darüber, wann mögliche Angriffe aus oder im Weltraum als Bündnisfall zu behandeln wären.

Truppenabzug der USA auf Eis

Wolters bekräftigte derweil die Ankündigung der neuen US-Regierung, dass der von der alten Administration befohlene Abzug von 12.000 amerikanischen Soldaten aus Deutschland vorerst auf Eis liegt. Der neue Oberbefehlshaber, Präsident Joe Biden, habe eine gründliche Überprüfung des Vorhabens in Auftrag gegeben, so Wolters. Erst danach werde der neue Verteidigungsminister Lloyd Austin in Abstimmung mit dem Weißen Haus eine Entscheidung treffen. „Ich weiß nicht, wie sie ausfallen wird“, sagte Wolters in dem Gespräch mit Journalisten.

Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Juni den Teilabzug von einem Drittel der damals 36.000 US-Soldaten aus Deutschland angekündigt. Er begründete dies unter anderem mit den aus seiner Sicht zu geringen Verteidigungsausgaben des Nato-Partners Deutschland. Betroffen wären neben Rheinland-Pfalz auch Baden-Württemberg und Bayern gewesen. Der US-Kongress hatte jedoch Trumps Pläne im Zuge eines Haushaltsgesetzes für die Streitkräfte gestoppt und seinerseits eine Überprüfung gefordert.

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