Rheinland-Pfalz Polizei: Kein Anstieg von Partnerschaftsgewalt in der Corona-Pandemie
In der Corona-Pandemie sind bei der Polizei in Rheinland-Pfalz bislang nicht mehr Fälle von Partnerschaftgewalt registriert worden. Von Januar bis September dieses Jahres stehen in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 6221 Straftaten von Gewalt in engen sozialen Beziehungen, wie das rheinland-pfälzische Innenministerium auf Anfrage der dpa mitteilte. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres seien es 6265 gewesen, in jenem Zeitraum ein weiteres Jahr zuvor 6372. Der gelegentlich prognostizierte Anstieg von Fällen der Partnerschaftgewalt im Zuge der Pandemie habe sich somit nicht bestätigt, sagte ein Sprecher des Ministeriums.
8373 Fälle von Gewalt in sozialen Beziehungen
Der Schwerpunkt der Fälle liegt der Statistik zufolge in den vergangenen fünf Jahren von Januar bis September bei der vorsätzlichen einfachen Körperverletzung mit einem Anteil von jeweils mehr als 60 Prozent. In 2020 gab es im Auswertezeitraum auch 723 Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung, 795 Bedrohungen, 223 Nachstellungen und 227 Nötigungen. Zudem stehen 148 Ermittlungsverfahren wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sowie 15 Straftaten gegen das Leben, darunter 7 mal Mord, in der Statistik.
Die PKS wies in 2019 insgesamt 8373 Opferdelikte als Fälle von Gewalt in engen sozialen Beziehungen aus. Dies entspreche einem Anteil von gut 18 Prozent an allen Opferdelikten, hieß es.
Die Zahlen in der PKS beziehen sich in dem Zeitraum auf abgeschlossene Ermittlungsverfahren.