Rheinland-Pfalz Pfälzer eher von Armut gefährdet als Bürger im Norden des Landes
Wer in Rheinhessen oder der Pfalz lebt, ist statistisch gesehen eher von Armut gefährdet als im Norden von Rheinland-Pfalz. Dies ist ein Ergebnis des Armuts- und Reichtumsberichts 2020, über den der Landtag im August beraten wird. Demnach haben die Unterschiede der Armutsgefährdungsquoten zwischen Nord und Süd seit 2012 deutlich zugenommen. „Insbesondere zeigt sich ein starker Anstieg in der Westpfalz und der Rheinpfalz“, heißt es in dem Bericht.
Als von Armut gefährdet gilt, wer über ein Nettoeinkommen von weniger als 60 Prozent des Durchschnitts verfügt. Gemessen am Bundesschnitt, statistisch als Median berechnet, stieg der von Armut gefährdete Anteil der Bevölkerung in Rheinland-Pfalz zwischen 2012 und 2017 von 14,6 auf 15,6 Prozent. Unter 15 Prozent liegen die beiden Raumordnungsregionen Trier und Mittelrhein-Westerwald, über 16 Prozent sind es in den drei übrigen Regionen Rheinhessen-Nahe, Westpfalz und Rheinpfalz.
Alleinerziehende besonders gefährdet
Dabei ging die Schere im Jahrfünft von 2012 bis 2017 weiter auseinander: Im Raum Trier, der auch die Eifel einschließt, sank die Armutsgefährdungsquote um 5,5 Prozent, im Raum Mittelrhein-Westerwald um 2,6 Prozent. Hingegen stieg diese Quote in Rheinhessen-Nahe um 6,8 Prozent, in der Westpfalz um 13,7 und in der Rheinpfalz sogar um 26,4 Prozent.
Der Bericht zeigt aber auch, dass Kinder ein wesentlicher Risikofaktor sind. Bei Alleinerziehenden in Rheinland-Pfalz stieg die Armutsgefährdungsquote von 45,2 (2012) auf 48,2 Prozent (2017). An zweiter Stelle folgen Paare mit drei oder mehr Kindern, die im untersuchten Jahrfünft den größten Anstieg aufweisen: von 20,5 auf 29,5 Prozent. An dritter Stelle sind Einpersonenhaushalte, deren Gefährdungsquote von 25,3 auf 28,4 Prozent zunahm.