Pfalz-Ticker Mainzer Ministerium: Bei Anstieg der Infektionen erneute Schulschließungen möglich
Das rheinland-pfälzische Bildungsministerium hält an seiner Absicht fest, ab Montag die Schulen in Rheinland-Pfalz für einen Teil der Schüler schrittweise wieder zu öffnen. Doch das Ministerium schließt gleichzeitig nicht aus, dass man sich erneut zu Schulschließungen gezwungen sehen könnte.
Wissenschaftler der Universitäten Kaiserslautern, Trier und Koblenz-Landau hatten am Dienstag ausdrücklich davor gewarnt, die Aufnahme des Schulunterrichts komme zu früh. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Infektionszahlen infolge der Schulöffnung signifikant ansteigen, sei als „sehr groß einzuschätzen“, sagte Thomas Götz, Professor für Mathematik an der Universität Koblenz-Landau. Mit mathematischen Simulationen hatte die Forschergruppe die Auswirkung der Schulöffnung auf den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie abgeschätzt hatte.
Das Bildungsministerium verteidigte am Mittwoch seine Pläne. Ziel aller Maßnahmen sei es stets gewesen, die Infektionszahlen so weit zu reduzieren, dass die Kurve flach wird und man genug Kapazitäten in den Kliniken für die Erkrankten zur Verfügung habe. Das sei gelungen, sagte Ministeriumssprecherin Sabine Schmidt am Mittwoch. Deshalb hätten Bund und Länder leichte Lockerungen der Kontaktverbote beschlossen. Dazu gehörten auch Schulöffnungen in einem begrenzten Umfang.
Doch das Ministerium schließt einen Kurswechsel nicht aus. Gemeinsam mit den Gesundheitsbehörden werde man das Infektionsgeschehen und auch die Erfahrungen mit der schrittweisen Öffnung sehr genau beobachten und auswerten. „Je nachdem wie sich die Situation verändert, kann das auch bedeuten, dass Schulen wieder geschlossen werden müssen oder die nächsten Schritte zurückgestellt werden“, sagte Schmidt.