Bahnverkehr Kompromiss im Streit um Struktur der Deutschen Bahn rückt näher

Bei den Verhandlungen über eine Ampelkoalition ist strittig, ob das Schienennetz vom Betrieb der Deutschen Bahn getrennt werden
Bei den Verhandlungen über eine Ampelkoalition ist strittig, ob das Schienennetz vom Betrieb der Deutschen Bahn getrennt werden soll.

Eine Einigung der Ampel-Koalitionspartner auf eine Zerschlagung der Deutschen Bahn (DB) in Betrieb und Schienennetz ist laut einem Bericht der „Welt“ unwahrscheinlich.

Angesichts des Widerstands der SPD dagegen wollten Grüne und FDP in den Schlussrunden der Spitzen der Ampel-Parteien daher für eine „kleine Lösung“ werben: Die Infrastruktursparten würden in der DB verbleiben, aber darauf verpflichtet werden, gewinnfrei zu arbeiten, berichtete die „Welt“ am Freitag.

Bislang führen die Infrastruktursparten ihre Gewinne an den Konzern ab. Grüne und FDP erhofften sich von der Gewinnfreiheit eine stärkere Gemeinwohlorientierung der Infrastruktursparten, berichtete die „Welt“. Es sei aber offen, ob die SPD zu einer solchen Lösung bereit sei.

Der Vize-Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgesellschaft (EVG), Martin Burkert, sagte der Zeitung, eine stärkere Gemeinwohlorientierung der Infrastruktursparten lasse sich auch ohne irgendwelche Änderungen in der DB-Struktur erreichen. „Die EVG fordert seit langem, dass die Infrastruktursparten der DB AG auch an volkswirtschaftlichen und nicht nur betriebswirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet werden.“ Dafür könne der Bund als Eigentümer der DB AG im Aufsichtsrat schon jetzt sorgen. „Wenn dazu die neue Koalition bereit ist, wird das die EVG unterstützen.“

Burkert betonte, „ein Umbau oder gar eine Zerschlagung der Konzernstruktur“ sei nicht nötig. „Das wäre kontraproduktiv.“ Erforderlich sei vielmehr eine deutlich besser ausgestattete Finanzierung des Schienennetzes bei Sanierung und Ausbau, aber ebenso bei der Gewährleistung einer dauerhaften Senkung der Trassenpreise.

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