Mainz / Darmstadt / Trier Immer mehr Austritte bei christlichen Kirchen
Immer mehr Menschen in Rheinland-Pfalz und im Saarland kehren der Kirche der Rücken: Katholische Bistümer und evangelische Landeskirchen verzeichneten für das vergangene Jahr eine deutlich gestiegene Zahl von Austritten, zum Teil in Rekordhöhe, wie sie am Freitag mitteilten. Zusammen mit der demografischen Entwicklung führte dies zu einem im Vergleich zu 2018 beschleunigten Rückgang der Mitgliederzahlen.
Nach den neuen Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz gab es zum vergangenen Jahreswechsel in Rheinland-Pfalz noch 1,61 Millionen Katholiken. Das sind etwa 2,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor - nach einem Rückgang um 1,2 Prozent im Jahr 2018. Insgesamt 18.158 Katholiken in Rheinland-Pfalz erklärten ihren Kirchenaustritt. Das sind 31,7 Prozent, also fast ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor.
In der Evangelischen Kirche der Pfalz stieg die Zahl der Austritte um 19,1 Prozent auf 5838. Dadurch vor allem sank die Zahl der Mitglieder um 2,2 Prozent auf rund 495.000.
Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) registrierte im vergangenen Jahr 21.071 Austritte. Das waren 14,5 Prozent mehr als 2018. Von den 1,5 Millionen EKHN-Mitgliedern (minus 2,2 Prozent) leben 276.000 Menschen in Rheinland-Pfalz.
Bei der Evangelischen Kirche im Rheinland nahm die Zahl der Austritte um 23,2 Prozent auf 28.517 zu. Die Zahl der Mitglieder dieser Landeskirche in Rheinland-Pfalz sank um 1,15 Prozent auf 338.200.
Im Bistum Trier sank die Zahl der Kirchenmitglieder um 2,1 Prozent auf 1,31 Millionen. Von ihnen gehen nur etwa sieben Prozent auch in die Gottesdienste. Im Bistum Mainz ging die Zahl der Kirchenmitglieder um 2,3 Prozent auf 702.400 zurück - die Zahl der Austritte kletterte um 17,9 Prozent auf den bisher höchsten Stand von 9936. Das Bistum Speyer zählt noch 507.500 Katholikinnen und Katholiken, 2,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Den rund 3000 Taufen stehen mehr als doppelt so viele Austritte gegenüber, insgesamt 6400.
Die Zahl der Katholiken im Saarland sank laut Bischofskonferenz um etwa 2,5 Prozent auf 549.000. Damit hat sich die schon länger andauernde Entwicklung weiter beschleunigt - 2018 belief sich der Rückgang bei der Mitgliederzahl noch auf 1,7 Prozent.
Ein Grund ist neben der demografischen Entwicklung, dass im vergangenen Jahr 6303 Katholiken im Saarland ihren Kirchenaustritt erklärten. Das waren nach Zahlen der Deutschen Bischofskonferenz 28,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
Im Bistum Trier, dem die meisten Katholiken im Saarland angehören, sank die Zahl der Kirchenmitglieder um 2,1 Prozent auf 1,31 Millionen. Von ihnen gehen nur etwa sieben Prozent auch in die Gottesdienste. Ausgetreten sind im vergangenen Jahr 13.850 Katholiken des Bistums, das waren 37,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Bistum Speyer zählt noch 507.500 Katholikinnen und Katholiken, 2,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Von den evangelischen Christen im Saarland gehörten Ende 2019 rund 133.000 der Evangelischen Kirche im Rheinland an, das sind 2,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Austritte in der gesamten Landeskirche nahm um 23,2 Prozent auf 28.517 zu.