Frankenthal / Bad Dürkheim Hitlers Hengste: Vorerst doch kein Prozess um Kunstwerke

Vor fünf Jahren in der Pfalz entdeckt: Lebensgroße Bronze-Pferde, die einst Hitlers Reichskanzlei zierten.
Vor fünf Jahren in der Pfalz entdeckt: Lebensgroße Bronze-Pferde, die einst Hitlers Reichskanzlei zierten.

Der Rechtsstreit zwischen der Bundesrepublik und einem Bad Dürkheimer um prominente Kunstwerke aus Hitlers Reichskanzlei ist vorerst ausgesetzt. Das hat das Landgericht in Frankenthal am Montagmorgen mitgeteilt. Eigentlich wollte es in einem Prozess am Donnerstag klären, wem die Bronzestatuen gehören. Doch nun haben beide Seiten beantragt, das Verfahren ruhen zu lassen. Nach Angaben der Justiz versuchen sie offenbar, sich außerhalb des Gerichtsverfahrens zu einigen.

Gestritten wird um mehrere Kunstwerke, die während des Zweiten Weltkriegs nach Brandenburg gebracht worden waren. In der DDR-Zeit schmückten sie dort dann ein Kasernengelände der Sowjet-Armee, bis sie 1988 unter mysteriösen Umständen verschwanden. 2015 entdeckten sie Berliner Kunst-Fahnder bei einem betuchten Ruheständler in Bad Dürkheim. Gegen diesen Mann wurde anschließend jahrelang ermittelt, doch am Ende kam er ungeschoren davon.

Im Frühjahr 2020 bilanzierten die Strafverfolger: Falls er sich mit einem krummen Kunst-Deal strafbar gemacht haben sollte, wäre das inzwischen verjährt. Offen ist aber noch, ob er die Kunstwerke behalten darf: Die Bundesrepublik hat sie als Staatseigentum eingestuft und will sie ihm wegnehmen.

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