Berlin Bahn-Störung: Sabotage Ursache - FCK-Fans betroffen
(Aktualisierung 14.16 Uhr) Samstagmorgen kam es nach Angaben der Deutschen Bahn in Norddeutschland zum kompletten Stillstand im Fernverkehr. Betroffen waren alle ICE- sowie IC- und EC-Züge in Norddeutschland, teilte die Bahn am Samstagmorgen mit.“ Leider kommt es zu kurzfristigen Zug- und Haltausfällen“, hieß es im Internetauftritt der Bahn. Davon betroffen können auch viele FCK-Fans aus der Pfalz sein, die auf dem Weg nach Hamburg sind, wo der FCK heute Abend im ausverkauften Volksparkstadion gegen den HSV antritt.
Sabotage soll Ursache sein
Die großflächigen Ausfälle im Zugverkehr in Norddeutschland gehen nach Aussage der Bahn auf Sabotage zurück. „Aufgrund von Sabotage an Kabeln, die für den Zugverkehr unverzichtbar sind, musste die Deutsche Bahn den Zugverkehr im Norden heute Vormittag für knapp drei Stunden einstellen“, sagte eine Sprecherin am Samstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
Einige Stunden später bestätigte Bundesverkehrsminister Volker Wissing: Es seien Kabel an zwei Standorten durchtrennt worden. Er betonte: „Es wurden Kabel mutwillig und vorsätzlich durchtrennt, die für den Zugverkehr unverzichtbar sind.“ Die Bundespolizei ermittle. Zum möglichen Motiv machte Wissing keine Angaben. „Die Hintergründe dieser Tat sind derzeit noch nicht weiter bekannt.“
Zuvor hieß es bereits, die heftigen Probleme in Norddeutschland seien auf eine Störung des digitalen Zugfunks GSM-R (Global System for Mobile Communications - Rail) zurückzuführen gewesen. Eine Bahn-Sprecherin hatte dazu gesagt: „Er dient der Kommunikation zwischen den Leitstellen, die den Zugverkehr steuern, und den Zügen und ist damit unverzichtbarer Bestandteil für den reibungslosen Zugverkehr.“
Keine Reisemöglichkeit nach Hamburg
Der Bahn-Stillstand zog unter anderem auch Nordrhein-Westfalen, Berlin und Hessen in Mitleidenschaft. «Es gibt derzeit keine Reisemöglichkeiten mit dem Fernverkehr von/nach Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen in/aus Richtung Kassel-Wilhelmshöhe, Berlin und NRW», teilte die Bahn im Internet mit. «Auch der ICE-Verkehr zwischen Berlin, Hannover und NRW ist eingestellt.»
Gegen 10.55 Uhr kam dann die Entwarnung. Die heftige Störung sei behoben. Allerdings seien noch Beeinträchtigungen im Laufe des Tages möglich, sagte ein Sprecher der Bahn am Samstagvormittag in Berlin.
Probleme auch bei Verbindungen nach Mannheim und Karlsruhe
Die im Laufe des Tages wieder behobenen technischen Probleme bei der Deutschen Bahn haben am Samstag auch Reisepläne in Baden-Württemberg durcheinandergebracht. Mehrere Verbindungen von und nach Baden-Württemberg fielen aus oder waren zum Teil deutlich verspätet. Betroffen waren unter anderem Fahrten nach Mannheim, Karlsruhe und Stuttgart. Zum Ausmaß der Auswirkungen im Südwesten machte die Bahn aber keine Angaben.
Alternativ-Verbindungen überfüllt
Viele Reisende, die etwa von Berlin nach Nordrhein-Westfalen fahren wollten, folgten der Empfehlung der Bahn und nahmen den Umweg mit Umstieg in Frankfurt. Die Folge waren völlig überfüllte Züge, wie ein dpa-Reporter aus dem ICE 934 auf der Fahrt nach Frankfurt berichtete. «Kein Durchkommen in den Gängen, weil alles mit sitzenden oder dort stehenden Fahrgästen blockiert ist», erzählte er.
Das passiert mit gebuchten Tickets
Die Deutsche Bahn hob wegen der Auswirkungen der Störung die Zugbindung bereits gekaufter Fernverkehrstickets auf. Wer eine Reise für Samstag gebucht habe, könne diese „bis einschließlich sieben Tage nach Störungsende flexibel nutzen. Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden“, erklärte das Unternehmen. Wer nicht mehr reisen möchte, kann sich den Ticketpreis erstatten lassen.
Die Bahn empfahl Reisenden, sich kurz vor geplanten Fahrten über www.bahn.de/reiseauskunft, über die App „DB Navigator“ oder telefonisch unter 030/2970 zu informieren. Viele Menschen dürften auf der Fahrt ins Wochenende kalt erwischt worden sein.