Pfalz-Ticker Bätzing-Lichtenthäler: Frühwarnsystem soll Betreuung von Corona-Patienten sicherstellen

Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler informiert über Situation der Kliniken.
Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler informiert über Situation der Kliniken.

Fünf große Kliniken sollen in Rheinland-Pfalz künftig die Betreuung der vom Coronavirus betroffenen und stationär untergebrachten Patienten koordinieren. In regionalen Netzwerken mit diesen fünf Häusern an der Spitze solle die Versorgung auch in diesen schwierigen Zeiten sichergestellt werden, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) am Donnerstag in Mainz. Im Verbund mit den anderen Kliniken in jeweiligen Region sollten so Kapazitäten gemeinsam geplant, das weitere Vorgehen bei steigenden Patientenzahlen gesteuert und auch Medikamente oder Material ausgetauscht werden können.

Die regionale Zusammenarbeit soll in Kooperationsvereinbarungen festgehalten werden. Koordinierend tätig werden sollen im Land die Maximalversorger Gemeinschaftsklinikum Mittelrhein im Norden, die Universitätsmedizin Mainz, das Klinikum Ludwigshafen, das Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern sowie das Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen in Trier.

Die flächendeckende Betreuung von Corona-Patienten in rheinland-pfälzischen Kliniken soll auch durch ein Frühwarnsystem sichergestellt werden. Wenn in einer Region 80 Prozent aller Intensivbetten belegt sein sollten, werde ein Alarm ausgelöst, erklärte die Gesundheitsministerin. So könne rechtzeitig geschaut werden, wo vor Ort noch weitere Kapazitäten geschaffen oder in welche andere Regionen Patienten gebracht werden könnten.

Die Ministerin sagte, es sei am besten, wenn in der aktuellen Krise auf bestehende Strukturen zurückgegriffen werde. Es werde derzeit keine Notwendigkeit für Not- oder Behelfskrankenhäuser gesehen. Patienten sollten auch nicht in Turnhallen oder Feldbetten behandelt werden.

In rheinland-pfälzischen Krankenhäusern werden derzeit fünf an der Lungenkrankheit Covid-19 leidende Patienten aus dem Nachbarland Frankreich behandelt. Ein Patient müsse mittlerweile nicht mehr beamtet werden, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Die Situation in der stark vom Coronavirus betroffenen französischen Region Grand Est sei „sehr bedrückend“ und mache sehr traurig, sagte die Ministerin. Insofern sei es selbstverständlich gewesen, dass Kliniken hierzulande ihre Unterstützung anbieten.

Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Rheinland-Pfalz ist am Donnerstag erneut deutlich gestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten zum Stand 10.00 Uhr 1873 Infektionen mit dem Coronavirus, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Innerhalb von 24 Stunden kamen 236 neu registrierte Infektionen hinzu, nach einem Zuwachs um 157 Fälle am Vortag. Bisher starben acht Menschen in Rheinland-Pfalz an der durch das Virus verursachten Krankheit Covid-19, darunter allein drei in der Stadt Koblenz.

Von den infizierten Menschen müssten 153 stationär behandelt werden, sagte Bätzing-Lichtenthäler. Davon wurden am Mittwochabend 46 Patienten intensivmedizinisch betreut. Bei 28 Menschen entwickelte sich die Lungenkrankheit so schwerwiegend, dass sie künstlich beatmet werden mussten.

Der Landkreis Mayen-Koblenz zählte weiter die meisten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 - allein dort wurden bis Donnerstag 188 Fälle registriert. Danach folgen der Kreis Bad Dürkheim (118), die Stadt Mainz (115) und der Kreis Neuwied (107).

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