Letzte Generation Aktivisten blockieren Straße in Mainz

Mit Olivenöl rücken Polizisten an den Aktivisten Raúl Semmler aus Mannheim heran, um seine festgeklebte Hand zu befreien.
Mit Olivenöl rücken Polizisten an den Aktivisten Raúl Semmler aus Mannheim heran, um seine festgeklebte Hand zu befreien.

Aktivisten der sogenannten „Letzten Generation“ haben sich am Freitag auf einer Einfallstraße in Mainz festgeklebt und damit den Berufsverkehr massiv behindert. Nach Aussage von Rinaldo Roberto, Pressesprecher der Polizei in Mainz, ist es die erste Aktion der Gruppe in Rheinland-Pfalz.

Raúl Semmler aus Mannheim ist gegen 9.15 Uhr der letzte Aktivist, der noch auf der Straße sitzt. Sein Kollege wird gerade von Polizeibeamten weggetragen, bevor die Ordnungshüter mit einer Flasche Olivenöl an Semmler herantreten und sich an seiner rechten Hand zu schaffen machen. Der Stau auf der Saarstraße, einer der Einfallstraßen in die Stadt Mainz, ist zu dieser Zeit bereits einige Kilometer lang. Das Polizeiaufgebot ist immens. Die Aktion begann gegen 8 Uhr auf der Binger Straße, die an dieser Stelle über den Hauptbahnhof führt. Vier Personen haben sich laut Semmler mit Sekundenkleber und Sand auf dem Asphalt festgeklebt, zwei haben die Rettungsgasse frei gehalten. Neben den bekannten Forderungen der Gruppe „Letzte Generation“ nach einem Tempolimit 100 auf Autobahnen und der Wiedereinführung des 9-Euro-Tickets mit dem Ziel, die Erderwärmung nach dem Pariser Klimaschutzabkommen auf 1,5 Grad zu begrenzen, geht es den Aktivisten auch um den Umgang mit Vertretern ihrer Gruppe in Bayern. Semmler hat ein Schild mit der Aufschrift „Lieber wegsperren als reden“ neben sich liegen und er hält ein Foto hoch, das Wolfgang Metzeler-Kick zeigt, einen Aktivisten aus Bayern, der in einem bayerischen Gefängnis sitzt. In Bayern wurden Aktivisten der letzten Generation in Präventivhaft genommen. Metzeler-Kick war im November nach Medienberichten in der JVA Stadelheim in den Hungerstreik getreten.

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