Wasserball Zweitligist SC Neustadt besiegt Frankfurt
Trotz eines klaren 23:6 (3:1, 5:1, 8:3, 7:1)-Heimsiegs des SC Neustadt gegen den Frankfurter SC in der Zweiten Wasserball-Bundesliga Süd hatte Trainer Thorsten Preuß einige Schwächen seines Teams erkannt. In der kurzen Halbzeitpause gab es daher auch eine kleine, knackige Ansprache des Coachs.
Die Frankfurter kamen bereits mit Problemen nach Neustadt. Das ursprünglich in Frankfurt angesetzte Spiel als Hinspiel der Runde musste getauscht werden, weil die Hessen kein Schwimmbad zur Verfügung hatten. Weil der SCN nicht aus dem Spielrhythmus kommen wollte, stimmten die Neustadter spontan einem Tausch der Hin- und Rückspieltermine zu.
Frankfurter müssen umstellen
Ob die Frankfurter in dieser Runde allzu erfolgreich sein werden, ist indes fraglich. Sie leiden unter eingeschränkten Trainingsbedingungen. In der Partie am Samstag im Stadionbad bemängelten die Schiedsrichter offiziell im Spielprotokoll, dass bei zwei neuen Spielern noch keine Lizenzen vorliegen, sodass Frankfurts Trainer Sebastian Held kurzfristig sein Team umstellen musste. Für die Hessen war es das erste Saisonspiel, während der SCN bereits vier Siege in vier Partien vorweist. Der Vorteil lag vor dem Anpfiff klar bei den Gastgebern.
SCN-Trainer Preuß war mit der Chancenverwertung in den ersten beiden Vierteln jedoch überhaupt nicht zufrieden. „Unsere Schussversuche waren ohne Herz. Wir haben den Beginn verschlafen. Einfach drauf halten schien bei all unseren Spielern bei den Torschüssen die Devise gewesen zu sein“, monierte er. Daher folgten auch zwei kurze, deutliche Bemerkungen zur Halbzeit an seine Mannen: „Druck machen. Konzentrieren.“
„Einschläfernder Gegner“
Das Angriffsspiel der Gastgeber besserte sich tatsächlich, auch wenn Frankfurt laut Preuß ein „einschläfernder Gegner“ war. Oft behielten die Hessen bei eigenen Angriffen einen ihrer Spieler in der Abwehr, zum einen um Kräfte zu sparen, zum anderen, um dadurch die SCN-Konter zu erschweren. Dieses Rezept der Gäste ging zwei Viertel lang auf. Doch letztlich saßen in der zweiten Hälfte beim SCN die Kontersituationen und die Abschlüsse, die Bälle zappelten im Netz. Erneut viel Spielfreude zeigte der spanische SCN-Neuzugang Sergio Roman Ramirez. Kapitän Matthias Held und Ramirez trafen je fünf Mal. Held überzeugte auch kämpferisch und verteidigte sehr aktiv in der eigenen Hälfte. „Zu aktiv“, wie die Schiris empfanden. So musste Held nach drei Strafzeiten kurz vor Schluss die letzten Spielminuten außerhalb des Beckens verfolgen.
So spielten sie
SC Neustadt: Hendrik Hummel - Adel, van der Bosch (2 Tore), Vagts (3), Beck, Hrvic (1), Tim Schwarzkopf (3), Guth (1), Ramirez (5), Luis Ananias (1), Schädler (2), Benedikt Hummel, Held (5).