Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweite Liga: SC Neustadt im Derby gegen Ludwigshafen

Die Richtung ist klar: SCN-Trainer Thorsten Preuß (Mitte) sieht sein Team in der Favoritenrolle.
Die Richtung ist klar: SCN-Trainer Thorsten Preuß (Mitte) sieht sein Team in der Favoritenrolle.

Derbyzeit in der Zweiten Bundesliga. Wenn der SC Neustadt am Sonntag Vorwärts Ludwigshafen empfängt, ruht die Freundschaft. Zwei Gastakteure spielten einst für die Hausherren.

Beim Wasserball-Derby des SC Neustadt gegen Vorwärts Ludwigshafen in der Zweiten Bundesliga Süd am Sonntag um 14 Uhr ist „volle Hütte“ angesagt. Die Fans beider Clubs mussten nicht nur wegen Corona auf solche Spiele verzichten, der SCN spielte zudem vor Corona eine Klasse höher in der B-Gruppe der Bundesliga. Das Derby ist eine Begegnung zweier befreundeter Vereine, die noch vor zwei Wochen in Ludwigshafen ein Trainingsspiel absolviert hatten. Doch für vier mal acht Minuten wird am Sonntag die Freundschaft ruhen.

Zum Saisonbeginn gab SCN-Manager Michael Heinz das Ziel „Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse“ aus. Der SCN verstärkte sich zunächst mit Ex-Nationalspieler Timo van der Bosch und Kai Stubenvoll (von Leimen-Mannheim), und setzt außerdem auf die Routiniers Matthias Held und Stefan Ehrenklau. Den Rest sollen die eigenen Nachwuchsleute richten, teilweise noch „U20“, wie etwa Torhüter Hendrik Hummel. Bislang geht der Plan auf, der SCN führt nach drei Siegen in drei Spielen die Tabelle vor Nürnberg (ebenfalls sechs Punkte) an. Ludwigshafen folgt auf Rang drei mit fünf Punkten. Doch so vollmundig wie Heinz’ SCN-Ansage klingen die Pläne von Vorwärts-Spieler Martin Görge nicht. „Wir haben uns nichts besonderes vorgenommen“, sagt er. „Aber wir wollen auch gar keine Bundesliga spielen.“

Neustadt leichter Favorit

Der 31-Jährige ist wie sein 33-Jähriger Bruder Oliver ein alter Bekannter beim SCN. Beide Spieler gingen einst für Neustadt ins Becken. Martin Görge ist seit 2018 wieder zurück in Ludwigshafen. Familiengründung und Hausbau waren Gründe, um kürzerzutreten und in Heimatnähe zu spielen. Aktuell trainiert der Vater von Finn (vier Jahre) und Juna (zwei) maximal einmal in der Woche. „Ich bin auch nicht böse, wenn ich nicht aufgestellt werde“, betont Görge. Doch er sei auch ein Bindeglied zu den jüngeren Spielern, auch Vorwärts habe inzwischen ein verjüngtes Team. In die Partie gegen seine ehemaligen Teamkollegen gehe er ganz entspannt. Martin Görge wird als Centerverteidiger gebraucht, genauso wie Matthias Held beim SCN. „Der Matze stichelt immer ein bisschen, ob wir denn direkt gegeneinander spielen, aber ich glaube, als Centerverteidiger treffen wir im Becken eher selten aufeinander“, sagt Martin Görge.

SCN-Coach Thorsten Preuß geht von einer leichten Favoritenrolle seines Teams aus. Beim Trainingsspiel gegen Ludwigshafen habe man durchaus wichtige Erkenntnisse gewonnen. Der SCN habe nicht alle Spieler dabei gehabt, man habe nicht alles verraten, was man so drauf habe, sagt Preuß. Dennoch nimmt das Team das Spiel gegen Vorwärts sehr ernst.

Zwei Neue beim SCN

Erstmalig im Einsatz wird Sergio Ramirez sein. Der 24-jährige Spanier ist seit 1. Februar für den SCN spielberechtigt und war vorher in der zweiten spanischen Liga am Ball. Preuß: „Er ist eine echte Verstärkung, kann auf verschiedenen Positionen spielen, hat einen guten, präzisen Schuss.“

Eine weitere SCN-Verstärkung ist Maksim Bahchevanov. Manager Michael Heinz: „Er ist Jahrgang 2005. Er wurde von unserem ehemaligen Bundesligaspieler Mitko Nachev empfohlen.“ Bahchevanov holte mit der U18 des KPS Varna den Pokalsieg in Bulgarien. Er spricht fließend deutsch und studiert ab Herbst in Karlsruhe Mathematik und Informatik. Der Juniorenspieler hat sich nach zwei Trainingslagern beim SC Neustadt entschlossen, für den Zweitligisten zu spielen. Für das Spiel gegen Vorwärts plant Preuß nicht mit den U18-Spielern, obwohl diese am Wochenende in der Bundesliga-Runde pausieren.

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