Neustadt Zurück zur Natur
Die Renaturierung des Stechgrabens ist Teil der überörtlichen Hochwasserschutzplanung des Gewässerzweckverbands Isenach-Eckbach. Um die Fließgeschwindigkeit des Gewässers zu reduzieren, soll der Graben auf einer Länge von 650 Metern wieder zu einem naturnahen Gewässer ausgebaut werden. Für eine zusätzliche Hochwasserrückhaltung werden südlich vom ehemaligen Bachbett drei kleine Rückhaltemulden angelegt, in denen sich das Wasser während eines Starkregens sammeln und nach und nach wieder abfließen kann. Das rund drei Hektar große Gelände soll nach den Erdarbeiten mit einer Wildpflanzenmischung begrünt werden und dann wieder als Weidefläche dienen. Mitte Februar starten die vorbereitenden Rodungsarbeiten. Diese müssen aus Vogelschutzgründen bis Monatsende abgeschlossen sein, erklärt Claudia Breuer vom Bauamt. Vorab soll bei einem Termin an der Baustelle am kommenden Montag die Verkehrsführung der Baufahrzeuge abgestimmt werden. Breuer weist darauf hin, dass auf den Feldwegen nördlich von Niederkirchen, aber auch im Kreuzungsbereich Friedelsheimer Straße/Hauptstraße mit einem höheren Aufkommen an Baufahrzeugen gerechnet werden müsse. Die Baumaßnahme führt die Firma Wilhelm aus Osthofen aus. „Mit den örtlichen Begebenheiten ist das Bauunternehmen bestens vertraut“, erklärt Hans Peter Theiß, Geschäftsführer des Isenach-Eckbach-Verbands. Vor rund zehn Jahren hat die Firma bereits die östliche Verlängerung des Stechgrabens bei Hochdorf renaturiert. Das Projekt soll rund 1,74 Millionen Euro kosten. Die Gemeinde Niederkirchen übernehme rund 9000 Euro für die Einsaat, so Ortsbürgermeister Josef Seckinger. Der Gemeinde komme die Renaturierungsmaßnahme sehr gelegen. Wegen der Baugebiete „Niederkirchen West“ und „Forster Straße“ sei sie dazu verpflichtet, entsprechende Ausgleichsflächen zu schaffen. Es bleibe sogar noch ein halber Hektar übrig, der dem Ökokonto der Gemeinde für weitere Baumaßnahmen gutgeschrieben werde. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) hat bereits 2003 ein wasserwirtschaftliches Gesamtkonzept für das Einzugsgebiet Isenach und Eckbach zum Thema Hochwasserschutz erstellt. Hochwasserschutzmaßnahmen werden vom Land bezuschusst.