Neustadt Zurück auf dem Marktplatz
«Neustadt.» Nach einjähriger Unterbrechung stand der Marktplatz am Sonntag erneut im Zeichen des Mountainbike-Sports: Während 2017 Start und Ziel des Neustadter Mountainbike-Marathons wegen Bauarbeiten auf den Parkplatz gegenüber dem ehemaligen Karstadt-Gebäude hatten verlegt werden müssen, ist er wieder ins Herz der Stadt zurückgekehrt. Die Zuschauer beobachteten den Zieleinlauf auf dem Marktplatz, informierten sich an den Ständen der Fahrradbranche.
Mit über 600 Radsportlern aus dem In- und Ausland wurden die Erwartungen der veranstaltenden Radsportakademie Bad Wildbad um deren Chef Heinz Betz und den aus Neustadt stammenden Gregor Braun erfüllt. Die Biker waren überall zu sehen: Sei es auf den anspruchsvollen Rundkursen oberhalb der Stadt mit den wichtigen Knotenpunkten Weinbiet, Wolfsburg und Nonnental oder aber nach der Zieleinfahrt auf dem Marktplatz. Dazu noch im Innenhof des Rathauses, wo die zahlreichen Helfer die Akteure mit Getränken, Obst, Kuchen und Backwaren nach den Strapazen bestens versorgten. Die Hitze und der Staub auf der Strecke forderten ihren Tribut. „Das macht mir gar nicht allzu viel aus“, meinte Pascal Tömke. Der 18-Jährige weiß, wovon er redet. Im Radcross hat der Neustadter weitaus schwierigere Bedingungen hinzunehmen. Der Juniorenfahrer des RSC Neustadt hat den 16. Sigma-Sport-Bike-Marathon über die Mitteldistanz von 49 Kilometern bestritten. „Es war nicht ganz so mein Tag, wie ich mir es gewünscht hatte“, meinte Tömke mit Blick auf seine Zeit und seine Platzierung. Nach 2:11,48,9 Stunden erreichte er als Fünfter das Ziel. „Eigentlich wollte ich wieder auf das Podest“, so der angehende Industriemechaniker. Darüber machten sich Walter Krämer und Fritz Baumann keine großen Gedanken. Seit vielen Jahren sind sie auf dem Marktplatz anzutreffen. Sie kennen die Jungs des RSC Neustadt, denn sie hatten auch zu Bundesliga-Zeiten kaum ein Rennen versäumt. Sie trafen Stefan Brenner, den ehemaligen Sportlichen Leiter, der ein Kamerateam begleitete, Ex-Radprofi Udo Bölts und Carsten Bresser, der zweimal bei Olympia dabei war. Den ließ Tömke hinter sich. Er war knapp eine Minute schneller als der Olympia-Achte von Sydney. „Meine Prioritäten haben sich klar verlagert. Ich fahre nur noch, um fit zu bleiben und weil ich Spaß habe“, verriet Bresser. Da hat sein ehemaliger und fünf Jahre jüngerer Weggefährte Wolfram Kurschat noch andere Ambitionen. Der 43-Jährige denkt noch lange nicht ans Aufhören. Er feierte seinen vierten Sieg beim Neustadter Marathon und will im Winter wieder unter den besten Radcrossern mitmischen. Keinesfalls bei den Senioren, sondern in der Eliteklasse. Erstmals über die Langstrecke war Lokalmatador Lukas Baum (Majola-Rockymountain) dabei und erreichte nach 90 Kilometern und einem Rückstand von knapp 26 Minuten hinter Sieger Martin Frey (Team Bulls) als Achter das Ziel. Der 23-Jährige nutzte das Rennen als Vorbereitung auf Weltcup-Einsätze.