Neustadt Zu viele Einladungen

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Handball: Neun Spiele lang war die TSG Friesenheim in der Zweiten Bundesliga ohne Niederlage geblieben, hatte sich damit auf Tuchfühlung zum Dritten, dem HSC Coburg, herangearbeitet. Am Samstagabend riss diese Serie.

Springe. Bei den Handballfreunden Springe, die für die kommende Spielzeit keine Lizenz erhalten und damit bereits als Absteiger feststehen, hat es die Mannschaft von Benjamin Matschke nun wieder erwischt, kassierten die „Eulen“ eine verdiente 28:31 (15:18)-Niederlage (RHEINPFALZ am SONNTAG berichtete). „Ärgerlich“ sei die Schlappe, befand der TSG-Trainer. Ärgerlich aber nicht, weil die „Eulen“ damit den Kampf um den dritten Aufstiegsplatz zwei Spieltage vor Schluss praktisch verloren haben, sondern vor allem, weil er an den Abschluss vor eigenem Publikum dachte, wenn am Freitag Abstiegskandidat VfL Eintracht Hamm in die Friedrich-Ebert-Halle kommt: „Wir wollen ein tolles letztes Heimspiel, in dem wir noch einmal alles geben. Mit einem Sieg wären sicherlich noch ein paar Zuschauer mehr gekommen.“ Doch auch wenn der Aufstieg nun endgültig nur noch rechnerisch machbar ist, habe seine Mannschaft noch einmal eine große Kulisse zum Abschied verdient, findet Matschke: „Immerhin haben wir eine ganz starke Saison gespielt.“ Daran änderte auch die Niederlage bei den sympathischen Handballfreunden in Springe nichts. Die lebten den Sportgedanken vor, gaben vor eigenem Publikum, trotz des feststehenden Abstiegs, wirklich alles und erwischten einen richtig guten Tag. „Wir wollen die Klasse sportlich halten“, nannte Maximilian Schüttemeyer, mit sieben Treffern erfolgreichster Torschütze seiner Mannschaft, die Motivation der Niedersachsen. „Maxi hat uns maximale Probleme bereitet“, räumte Matschke ein. Egal welche Deckungsformation er probierte: Sie wurden vom Angriff der Gastgeber um Schüttemeyer jeweils nur als Einladung empfunden. Kevin Klier und Roko Peribonio hatten dahinter keinen leichten Stand, kamen zusammen nur auf fünf gehaltene Bälle. „Das war nicht unsere gewohnt überragende Torhüterleistung“, bilanzierte David Schmidt, mit fünf Treffern erfolgreichster Torschütze auf Seiten der TSG. Einen Vorwurf wollte er seinen Schlussleuten deshalb aber nicht machen: „Schließlich haben sie uns in dieser Runde schon oft genug den Hintern gerettet.“ Es sei lediglich ein Mosaikstein in der Fehlerkette, die letztlich zur Niederlage führte. Die fehlende Abwehrleistung sei ein weiterer. Und dann fehlten im Angriff immer wieder Genauigkeit und Treffsicherheit. „Wir haben viel zu viel freie Bälle liegen lassen“, waren sich Schmidt und Matschke einig. „Vielleicht haben wir am Anfang doch ein bisschen Druck gespürt“, schob Rückraumschütze Schmidt dann noch hinterher. Unterschätzt habe man den Gegner aber sicher nicht. Immerhin ist Springe vor eigenem Publikum im Jahr 2016 noch ohne Niederlage, schob sich in dieser Zeit vom letzten Platz bis auf Rang 16 nach vorne. Mit ein Verdienst von Slava Gorpishin, der im Dezember das Traineramt bei Springe übernommen hatte und im kommenden Jahr an der Seite von Oleg Kuleshow den direkten Wiederaufstieg anpeilt. „Es lief heute für uns“, bilanzierte er kurz und knapp.

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