Neustadt „Wunderbarer Markt“

Duftende Kräuter gab es am Stand von Gemüsebau Kästel auf dem Marktplatz.
Duftende Kräuter gab es am Stand von Gemüsebau Kästel auf dem Marktplatz.

Ob auf dem Marktplatz, dem Juliusplatz oder rund um die Stiftskirche: Beim deutsch-französischen Bauernmarkt herrschte gestern großes Gedränge.

„Schon um halb elf waren die ersten Kunden da“, erzählte Petra Kunz vom „Backparadies Kissel“ aus Reichenbach-Steegen (Kreis Kaiserslautern). Musikanten- und Grumbeerbrot gingen bei der Westpfälzerin weg wie warme Semmeln. Der Elsässer Chretien Jaming (Pfaffenbronn), der verschiedene Öle im Angebot hat, erklärt: „Aus zehn Kilo Nüssen werden vier Kilo Kerne, die zwei Liter Öl auf der Ölmühle von 1827 ergeben.“ Gut nachgefragt waren bei ihm auch Raps- und Leindotteröl. „Wir sind mit dem Markt immer sehr zufrieden“, sagte der Schnapsbrenner Patrick Stein, ebenfalls Stammgast in Neustadt. Die „Renner“ des Elsässers waren nicht nur prämierte Mirabellen- und Zwetschgenbrände, sondern auch Liköre von Feige, Quitte und Gelber Kirsche. Gefragt waren auch die Salamispezialitäten des Lothringers Andreas Marschall; „Esel, Reh und Wildschwein waren gleich weg, Ente und Schwein kurz danach“, bilanzierte er. Andreas Schwögler vom Kürbishof Birkenhördt (Kreis Südliche Weinstraße hatte Pomeranzen-, Mispel- und Kornelkirschen-Aufstrich neu im Sortiment. Besonders gut war der Absatz seiner Rumtopf-Gläser: „Vermutlich abends zum Eis“ , mutmaßt er. Schwögler kommt übrigens nicht nur zum Verkaufen nach Neustadt. „Garantiert gehe ich nachher wieder selber einkaufen“, sagte er und hatte auch schon ein bestimmtes Modegeschäft in den Fokus genommen. „Ein sehr etablierter, großer Markt“, resümierte Patrick Filip von der Pilzfarm Bärenbrunnermühle. Neben frischen und getrockneten Pilzen bot der Südwestpfälzer auch eine Gourmet-Pilzpfanne an. Heimspiel hatte dagegen Dirk Metzlaff. Zwar konnte der Neustadter Imker nicht wie seine französischen Kollegen mit Thymian- und Lavendelhonig, dafür aber mit Edelkastanien- und Akazienhonig aufwarten. Das erste Mal war Klaus Spitzl da: „Ein wunderbarer Markt“, urteilte der Geschäftsführer vom Biosphärenreservat Bayrische Rhön, während er sich am Stand von Pierre Stuertzer mit Gartenkräutern und Feigenmarmelade zubereiteten Ziegenfrischkäse der Ferme du Steinbach (Elsass) einpacken ließ. Über das kollegiale Lob freute sich Stefanie Ofer, beim Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig. „Die naturnah erzeugten Produkte kommen aus der Region“, erklärt Ofer, die auch schon Besucher aus dem Odenwald und Karlsruhe begrüßen konnte. Der Bauernmarkt sei „gelebte Partnerschaft“, paritätisch mit deutschen und französische Ausstellern belegt.

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