Neustadt Wochenspiegel:
ist zwar der Vorsitzende der Neustadter SPD, dennoch kam seine Kandidatur für die Oberbürgermeisterwahl 2017 etwas überraschend. Kein Geheimnis ist, dass die Genossen sich im Vorfeld auch außerhalb von Neustadt umgehört haben. Es heißt, Alexander Schweitzer, der pfälzische SPD-Chef, soll mit ihnen dabei auch über einen „Versorgungsfall“ gesprochen haben: Walter Feinliner, Vorsitzender der SPD im Stadtrat von Speyer und Ende 2014 in den Landtag in Mainz nachgerückt. Bei der Wahl am 13. März hat er dieses Mandat aber wieder verloren. Die Neustadter Genossen hielten wohl wenig von diesem Vorschlag. Ob das daran liegen mag, dass auch CDU-Oberbürgermeister Hans Georg Löffler einst aus Speyer kam? Mit seiner Kandidatur hat Bender auf jeden Fall die Diskussion schnell beendet. Die Neustadter Ortsvorsteher haben einen kostenlosen Parkausweis. Damit können sie gebührenfrei in der Stadt parken. Wer im Rathaus in der Hierarchie noch weiter oben steht, darf sogar durch die Fußgängerzone fahren. Das gilt auch für Oberbürgermeister Hans Georg Löffler, dessen Dienstwagen nicht in der Tiefgarage unter dem Rathaus parkt, sondern meist als einziges Fahrzeug im Innenhof des Rathauses. Das mag dem Stadtchef zwar ab und zu ein paar Minuten mehr Arbeits- oder Freizeit bescheren, ist aber auch ungeschickt, weil es in der Parkplatz-Diskussion mit der Willkomm gegen ihn verwendet wird. „Klar, dass der Oberbürgermeister nicht weiß, wie schwer es ist, einen Parkplatz in der Innenstadt zu finden“, hieß in dieser Woche bei der Mitgliederversammlung des Gewerbevereins. Das Bild, das sich bei den Informationsveranstaltungen zu Flüchtlingsunterkünften bietet, ist immer ähnlich. Die Mehrheit ist offen und hilfsbereit, einige stellen kritische Fragen und ein paar sagen gar nichts, rollen aber genervt die Augen. Diese Woche ging es um die Landwehrstraße – eine große Unterkunft in einem nicht unproblematischen Umfeld. Die Chance, dass die Integration hier genauso gut gelingt wie in den anderen Unterkünften, ist gut. Die Probleme sind im Vorfeld angegangen, die Sicherheit verbessert worden. Wie herzerfrischend, wenn da jemand dazu aufruft, am Stammtisch den Mut zu haben, zu widersprechen, wenn abgelästert wird. So geschehen bei der Info-Veranstaltung in der Berufsbildenden Schule. Und noch dazu in schönstem Pfälzisch. Das Argument im O-Ton: „Des sinn Mensche, wo viel mitgmacht hän.“