Neustadt Wochenspiegel:

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Miteinander zu reden, heißt ja noch lange nicht zu verstehen, was der jeweils andere sagt. Ein Beispiel dafür ist auch das Team der RHEINPFALZ-Lokalredaktion. Zwischenmenschlich klappt es prima, aber wenn in Sachen gebräuchliche Redewendungen Vorder- auf Hinterpfalz und umgekehrt trifft, kann das durchaus zu manchen Irritationen führen. Konkret diskutiert wurde diese Woche über das Zehn-Punkte-Programm der neuen Stadtratskoalition und die Kritik der Opposition daran. Auf vorderpfälzischer Seite war dazu der Spruch, das sei, wie „auf einer Glatze Locken zu drehen“ zu hören. Was so viel heißt wie das Unmögliche möglich zu machen, wie die Westpfalz jetzt weiß. Dafür konnte sie mit „Hauptsache ein Pferdeschwanz, die Frisur ist egal“ kontern. Und mit dem Hasen, der nun „über die Höh’“ ist, was Vorderpfälzer offenbar mit „Der Drops ist gelutscht“ übersetzen. Was mal wieder zeigt: Fremde Kulturen können sehr viel voneinander lernen, auch auf Hochdeutsch. Ansonsten war es diese Woche ja eher ruhig. Herbstferien halt. Da freut sich die Lokalredaktion besonders über Besuch. Das muss ein alter Herr geahnt haben, der am Donnerstag der Redaktion seine Aufwartung machte. Ihn treibt Allerheiligen um, das am 1. November ansteht und vor allem für katholische Christen mit einem Gang auf den Friedhof zu den Gräbern ihrer Lieben verbunden ist. Über dieses Thema kam der Senior auf die Bundespräsidenten. Welche leben noch?, lautet die Frage, über die er nachts „simuliert“. Gern würde er darüber etwas lesen: „Veröffentlichen Sie doch mal eine Liste.“ Jetzt ist das zwar nicht die typische Aufgabe einer Lokalredaktion, trotzdem wurde die Zeit für knallharte Recherche genutzt: Von den elf deutschen Bundespräsidenten leben noch sechs: Walter Scheel, Richard von Weizsäcker, Roman Herzog, Horst Köhler, Christian Wulff und natürlich der aktuelle Amtsinhaber Joachim Gauck. Lieber Leser: Gern geschehen. Falls Sie die Herbstferien dazu nutzen, um mal wieder ordentlich auszumisten, können wir Sie nur warnen. Die Erfahrung zeigt, dass man die Dinge immer dann braucht, wenn man sie fünf Minuten zuvor weggeschmissen hat. Und was alles auch heute noch nützlich ist! Sogar Telefonzellen! Erinnern Sie sich?, Das waren diese gelben Häuschen, die wir nutzten, als man Telefone noch nicht in die Handtasche stecken konnte. Der Haardter Ortsbeirat ist diese Woche in letzter Minute davon abgehalten worden, zwei Telefon-Häuschen zu entsorgen. Moment mal, rief da einer in der Ortsbeiratssitzung. Mit den Dingern kann man auch einen Notruf absetzen. Wollt ihr das ohne Not aufgeben? Wollte dann natürlich niemand. Es hatte nur niemand dran gedacht. Außer Feuerwehrchef Stefan Klein. Jetzt bleiben sie also erst mal stehen, die Telefonzellen. Solange die Telekom mitspielt, könnte man sie auch für den Geschichtsunterricht nutzen. Kommunikation anno dazumal..

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