Neustadt „Wir stehen uns praktisch nie im Weg“

Bevorzugen das Offensivspiel: Tischtennisspieler Christian Lutz (links) und David Reinhardt von der TSG Deidesheim.
Bevorzugen das Offensivspiel: Tischtennisspieler Christian Lutz (links) und David Reinhardt von der TSG Deidesheim.

«DEIDESHEIM». In der Bezirksliga Vorderpfalz Süd liegt die erste Herrenmannschaft der TSG Deidesheim mit 7:25 Punkten auf dem elften und damit vorletzten Tabellenplatz. Der Abstieg ist für das Team von Kapitän Stefan Bien kaum noch zu verhindern. Am wenigsten Schuld an der Misere hat dabei das Spitzendoppel mit David Reinhardt und Christian Lutz.

Seite an Seite absolvierten sie 16 Doppel, die sie bis auf das letzte allesamt gewannen. In der sechsten Saison spielen Reinhardt und Lutz nun zusammen, die Vorrunde 218/2019 war dabei die bislang erfolgreichste. Gefragt nach ihren Stärken antworten beide fast unisono: „Der Vorhandtopspin und der Schmetterball.“ Nicht nur in ihren Einzelspielen, sondern auch als kongeniales Duo setzen die gebürtigen Deidesheimer auf bedingungslosen Angriff. Mit schnellem Offensivspiel üben sie viel Druck auf Gegner aus, zwingen diese zu Fehlern und haben damit zumeist Erfolg. Auf was kommt es im Doppel eigentlich besonders an? „Das man sich mehr oder minder blind vertraut. Dazu kommt bei uns hinzu, dass Christian Links- und ich Rechtshänder bin. Das ist erwiesenermaßen ein unschätzbarer Vorteil gegenüber Doppeln, in denen beide rechts oder beide links spielen. Außerdem steht man sich durch die unterschiedlichen Positionen am Tisch auch praktisch nie gegenseitig im Weg“, erklärt der 31-jährige Reinhardt. Sein sechs Jahre älterer Mitstreiter Lutz sagt über seinen Partner: „Ich weiß eigentlich schon unmittelbar vor seinem Schlag, was David machen wird. Das Anzeigen von Aufschlagvarianten unter dem Tisch haben wir nie gebraucht. Wenn er aufschlägt, weiß ich, ob Schnitt in seinem Service ist oder nicht. Umgekehrt ist das genauso. So wissen wir fast immer, mit welcher Rotation der vom Gegner geschlagene Ball zurückkommt.“ Reinhardt lobt auch die schnellen Beine seines Mitspielers. „Da hat er mir doch noch ein bisschen etwas voraus.“ Der mitunter aufkommende Einwand, dass sie ja immer nur gegen das zweite Doppel, also die vermeintlich schwächere Kombination des Gegners spielen müssen, lassen sie nicht gelten. „Wir haben auch einige Male gegen das erste Doppel gespielt und schließlich auch da gewonnen“, sagt Christian Lutz. Und David Reinhardt ergänzt: „Außerdem ist es so, dass aus taktischen Gründen nicht selten das bessere Doppel auf die zweite Position gesetzt wird, um sich schon zu Beginn des Mannschaftskampfes einen kleinen Vorteil zu verschaffen.“ Gefragt ob er sich auch noch eine Zukunft in einem anderen Verein vorstellen kann sagt Reinhardt: „Ich habe hier bei der TSG mit sieben Jahren angefangen, Tischtennis zu spielen, also vor 24 Jahren, und war nie für einen anderen Verein aktiv. Ich glaube nicht, dass sich daran noch einmal etwas ändern wird.“ Lutz, der seine ersten Schritte am Tischtennistisch mit zwölf Jahren ebenfalls bei der TSG machte und zwischenzeitlich auch mal ein paar Spielzeiten beim TuS Maikammer aufschlug, sieht das ähnlich. Außerdem sagt er: „Es muss uns hier erstmal jemand aus der Mannschaft verdrängen.“ Auf Grund spielerischer Überlegenheit versteht sich. Auch außerhalb des Tischtennis haben sie Gemeinsamkeiten. Wie gesagt wohnen beide mittlerweile in Niederkirchen. Mit ihren Ehefrauen haben sie ihr Glück gefunden. Als wäre es abgesprochen haben sie auch jeweils zwei Kinder. Reinhardt wurde erst vor wenigen Wochen zum zweiten Mal Vater. Beruflich gehen sie allerdings getrennte Wege. Reinhardt ist in der IT-Branche als Einkäufer tätig. Lutz verdient sein Geld als Vertriebskoordinator. Zwar wünsche sich das Duo, das von TSG-Spielführer Stefan Bien ausgegebene Ziel, den drittletzten Platz zu erreichen, nicht so schnell aus den Augen zu verlieren. Aber bei inzwischen fünf Punkten Rückstand wird das sehr schwer. „Der zehnte Platz gibt zwar auch nicht die Sicherheit, nicht absteigen zu müssen, aber in der vergangenen Saison gab es die als Novum anzusehende Tatsache, dass gar kein Team aus der Bezirksliga absteigen musste. Das wird sich aber wohl kaum wiederholen, da die Statuten des Verbandes eigentlich vorsehen, dass das Tabellenschlusslicht die Klasse verlassen muss“, sagt Bien.

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