Neustadt „Wir können Konzepte in Realität umwandeln“
Die Play-off-Spiele waren ursprünglich anders terminiert und sollten erst am 16. März beginnen. Im Dezember wurde der Spielplan dann korrigiert. Es blieb also sehr wenig Zeit, um sich richtig vorzubereiten. Erschwerend kommt hinzu, dass in Ludwigsburg das eigene Bad nicht zur Verfügung steht und sie nach Stuttgart ins Inselbad ausweichen mussten. Dort müssen wir zu später Stunde spielen, was nicht optimal ist. Ludwigsburg hat sich in den vergangenen Spielen stark verbessert. Sie haben in Köln und Berlin auswärts Unentschieden gespielt und sich den Klassenverbleib frühzeitig gesichert, was Anfang der Saison nicht unbedingt abzusehen war. Man darf Ludwigsburg nicht unterschätzen. Dennoch rechne ich mir sehr gute Chancen aus und bin zuversichtlich, dass wir eine Runde weiter kommen werden. Sie haben noch ein Spieler-Ass im Ärmel: Nicholas Jordan, der in den USA weilt und wegen Problemen mit dem Visum bisher nicht einreisen konnte. Kann Trainer Janusz Gogola mit ihm rechnen? Nicholas kommt am 19. März wieder und wird dann auch in die Play-offs eingreifen. Sollte das Team erfolgreich sein, sind drei weitere Play-off- und Relegationsserien erforderlich. Erst dann wäre der SCN in der A-Gruppe. Wäre das Ihr Wunschziel? Unser Ziel ist es, so weit zu kommen, wie uns die Play-off-Spiele tragen. Vor der Saison hätten wir nie gedacht, dass wir uns in diesem Jahr so gut behaupten und schon sehr früh nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben werden. Alles, was wir von jetzt an erreichen, ist als Bonus anzusehen. Eine A-Gruppe-Teilnahme hätte den Vorteil, dass man in der Spielerakquise interessanter wird und auch für die Folgesaison absolut nichts mit dem Abstieg zu tun hätte, egal wie der Ausflug in die A-Gruppe ausfallen würde. Sehen Sie auch Probleme? Nachteilig wäre, dass man Profimannschaften gegenüber steht, die einen anderen finanziellen Rahmen sowie andere Sportstätten und Trainingsmöglichkeiten vorweisen können. Trotz des sportlichen Reizes, sich mit den Besten zu messen, wären hohe Niederlagen programmiert. Welche Lösungen sehen Sie für die wirtschaftlichen Aspekte? Wir werden einen weiteren Versuch unternehmen, die vielen Konzepte, die vorhanden sind, in konkrete Aktionen umzuwandeln. Dafür benötigen wir jedoch Helfer und Sponsoren. Dass es uns gelingen kann, Konzepte in Realität umzuwandeln, sieht man daran, dass wir heute über 50 Jugendspieler und mehr als eine Handvoll Trainer und Betreuer haben. Vor wenigen Jahren war das eine riesige Baustelle, die wir auch aufgrund unseres Erfolges mit der Bundesliga-Mannschaft schließen konnten. Darauf bin ich schon ein wenig stolz. Wer immer sich in Neustadt für den nachhaltigen Erfolg unserer Wasserballer einbringen möchte, ist bei uns willkommen und kann sich gerne melden. Aufgaben gibt es jede Menge. Am Beckenrand und darüber hinaus. Es ist also nicht zwingend Wasserball-Sachverstand notwendig. | Interview: Heike Klein