Neustadt Wiedersehen nach über drei Jahrzehnten

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Für Malu Dreyer war es fast ein Wochenend-Heimspiel: Obwohl seit Langem in Trier zu Hause, liegen ihre Wurzeln doch in Neustadt. Und nachdem die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin am Freitagabend als Gast der protestantischen Landeskirche auf dem Hambacher Schloss war, zog es sie gestern zu ihrer SPD auf den Marktplatz.

32 Jahre ist es her, dass die pfälzische SPD letztmals ihr alljährliches Familientreffen in Neustadt ausgerichtet hat. Für den Stadtverband bedeutete das einiges an Arbeit, wie Vorsitzender Pascal Bender gestern erzählte, trotzdem war man auch stolz darauf, Gastgeber zu sein. Um den Markt herum präsentierten sich zusätzlich viele Gruppierungen mit Infoständen oder sorgten fürs leibliche Wohl. Die Begrüßung und Moderation gestern hatte Alexander Schweitzer übernommen, rheinland-pfälzischer Sozialminister und Vorsitzender der SPD Pfalz. „Hier geht es nicht nur um Politik, sondern wir wollen auch gemeinsam gute Laune haben“, kündigte er den Musikverein Lachen-Speyerdorf und die Band „4Jazz“ an; die zahlreich versammelten SPD-Mitglieder aus der ganzen Pfalz und weitere Gäste folgten dem gern. Ein SPD-Pfalztreffen am Tag eines Fußball-WM-Finales: Natürlich kamen weder Bundesjustizminister Heiko Maas als Gastredner, noch die Ministerpräsidentin in ihrem Grußwort daran vorbei. Auch wenn es zur Halbzeit noch nicht 2:0 für Deutschland stehen sollte, „glaube ich trotzdem, dass wir gewinnen“, sagte Dreyer – unter dem Beifall der Zuhörer. Politisch verteidigte sie jüngste Beschlüsse auf Bundesebene, darunter den Mindestlohn in seiner jetzigen Form. Es gehe der SPD nicht darum, die eigene Klientel zu bedienen, sagte Dreyer, sondern um Antworten auf gesellschaftliche Fragen. Mit Blick auf die Landespolitik sprach sie die kostenlose Bildung von Anfang an. Gleichzeitig sei die Landesregierung entschlossen, die ab 2020 geltende Schuldenbremse einzuhalten; ein harter Weg, der aber künftigen Generationen wieder mehr Handlungsfreiheit geben werde. Für die Stadt war CDU-Bürgermeister Röthlingshöfer auf dem SPD-Fest vertreten. Zusammen mit Pascal Bender begrüßte er die Ministerpräsidentin. Heute will Röthlingshöfers CDU entscheiden, ob sie im Stadtrat mit der SPD koaliert. (ahb)

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