Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wieder freie Fahrt in Talstraße

Der Talstraßen-Verkehr fließt wieder, hier Höhe Fröbelstraße.
Der Talstraßen-Verkehr fließt wieder, hier Höhe Fröbelstraße.

Wenn Straßenbaustellen im Dezember verschwinden, ist das vor allem für die Anwohner wie ein Weihnachtsgeschenk. Am Montag war es in der Weststadt soweit. Bei der Haardter Straße klappt es damit nicht ganz, aber lange dauert es auch nicht mehr.

Für die Bäckerei Istanbul waren es vier harte Jahre. Erst Corona, dann die Baustelle. Insofern sind die Inhaber an diesem Montagnachmittag durchaus glücklich, die Freigabe der gesperrten Straßen in der Weststadt mitfeiern zu können. Ob die Zukunft rosiger wird? „Warten wir es ab“, ist die vorherrschende Meinung, skeptisch zwar, aber auch optimistisch.

Als Baudezernent Bernhard Adams gemeinsam mit Vertretern der beauftragten Firmen, der Stadtwerke Neustadt und des städtischen Eigenbetriebs Stadtentsorgung (ESN) das Sperrband über die Talstraße zwischen Fröbel- und Gipserstraße durchschneidet, dauert es lange, bis sich ein Autofahrer aus Richtung Innenstadt traut, wieder direkt die Ludwigsstraße anzusteuern. Dass mit der Freigabe dieses Sanierungsabschnitts keine groß- und kleinräumigen Umwege mehr notwendig sind, ist am Tag eins eindeutig noch nicht abgespeichert. Rund 8500 Kraftfahrzeuge nutzten laut Stadt diesen Weg täglich, bevor die Arbeiten begannen.

Container stehen noch

Wer indes zwischen Kohlplatz und Talstraße fahren will, muss sich noch ein klein wenig länger gedulden: Diese Strecke wird erst im Lauf des 19. Dezember, also einen Tag später, freigegeben. Der Grund: Auf dem sogenannten kleinen Kohlplatz stehen große Container, die noch abgeholt werden müssen. Die Buslinie 515 indes wird erst ab 2024 wieder wie gewohnt fahren.

Insgesamt 2,6 Millionen Euro wurden seit Baubeginn im Oktober 2021 investiert. Mit 1,35 Millionen Euro übernahmen Stadtwerke und ESN mehr als die Hälfte davon. Denn das Straßenbauprojekt wurde auch dafür genutzt, alte Leitungen zu sanieren. So stammten die Rohre für Schmutz- und Regenwasser aus dem Jahr 1926. Zwar keine knapp 100 Jahre alt, aber auch schon gut 60 Jahre, waren die Hauptleitungen für Gas, Wasser und Strom.

Neue Aufenthaltsqualität

Die restlichen 1,25 Millionen Euro flossen in den Straßenbau, in gepflasterte Gehwege, in die barrierefreie Bushaltestelle am Walter-Engelmann-Bad, in Radschutzstreifen und neue Straßenlampen. Gefördert wurde das von Bund und Land, rund 500.000 Euro blieben am Ende bei der Stadt und den Anliegern, woran sich wiederum das Land über die Städtebauförderung beteiligte.

Ganz abgeschlossen ist das Projekt allerdings doch noch nicht. Der kleine Kohlplatz will noch gestaltet werden. Dort soll, wie der Baudezernent bei der Freigabe in Erinnerung rief, die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Mehr Grün, Sitzgelegenheiten, ein Spielgerät gehören dazu. Außerdem ist die Verlängerung der Klausengasse am kleinen Kohlplatz nun eine Sackgasse und damit weitgehend den Anwohnern vorbehalten.

Dickes Lob für Anwohner

Was Adams besonders freut: Wie angekündigt, konnte die Bauzeit eingehalten werden. Dass es damit trotz des schlechten Wetters der vergangenen Wochen geklappt habe, sei auch dem großen Einsatz der Baufirma Tas aus Eisenberg zu verdanken. Ebenso wichtig sei die große Geduld der Anwohner, ob privat oder Gewerbetreibende, gewesen.

Mit der Haardter Straße am 11. Januar wird laut Baudezernent das nächste große Straßenbauprojekt abgeschlossen. Gleichzeitig läuft die Planung für eine weitere Hauptverkehrsachse: Voraussichtlich ab 2025 wird demnach die Amalienstraße zwischen Talpost und Hetzelanlage erneuert.

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