Maikammer RHEINPFALZ Plus Artikel Wie sich der Friedhof in einen Park verwandelt

550.000 Euro hat die Ortsgemeinde in die Neugestaltung des Friedhofs investiert, unterstützt vom Land.
550.000 Euro hat die Ortsgemeinde in die Neugestaltung des Friedhofs investiert, unterstützt vom Land.

Der Friedhof in Maikammer ist barrierefrei ausgebaut worden. Gleichzeitig wurde das Angebot für Urnenbestattungsformen erweitert und mit viel Grün ein Parkcharakter geschaffen. Eine Bürgerin hat sich bei dem Projekt besonders engagiert.

Auf einem Friedhof treffe man sich oft zu einem traurigen Anlass, zum Abschiednehmen von einem lieben Angehörigen, Freund oder Bekannten, sagte Ortsbürgermeister Karl Schäfer am Samstag bei der Feierstunde auf dem Maikammerer Friedhof. „Heute aber ist der Anlass freudiger Natur“, stellte er fest: Der in zweijähriger Bauzeit barrierefrei umgestaltete Friedhof wurde offiziell seiner Bestimmung übergeben und anschließend von den Pfarrern Peter Nirmaier (katholisch) und Jochen Keinath (protestantisch) gesegnet.

„Friedhöfe gehören zu einer Gemeinde, wie auch der Tod zum Leben gehört“, betonte Schäfer zum Auftakt der Feierstunde, an der auch zahlreiche Bürger teilnahmen. „Sie helfen Angehörigen, die Trauer zu überwinden.“ Neben ihrer Bedeutung als letzte Ruhestätte der Menschen und als Orte der Ruhe und Besinnung seien Friedhöfe aber auch ein wichtiger Teil des gemeindlichen Grüns. Sie dienten als „Rückzugsräume im hektischen Alltagsleben“.

Weinlaube fehlt noch

Dieser Bedeutung entsprechend habe der Ortsgemeinderat den barrierefreien Ausbau des mitten in Maikammer liegenden Friedhofs beschlossen, so Schäfer. Zusammen mit dieser Maßnahme sei das Angebot für Urnenbestattungsformen erweitert worden. Im Zusammenhang mit der Ausweisung des Neubaugebiets „Eulbusch III“ habe sich der Gemeinde die Möglichkeit geboten, eine Erweiterungsfläche für den Friedhof zu erwerben.

Westlich der Friedhofshalle sei jetzt eine Fläche für Urnenbestattungen unter einer Weinlaube geschaffen worden. Die Weinlaube fehle zwar noch, aber wie sie aussehen wird, zeigten Bilder an der Friedhofshalle. „Die Einrichtung und Gestaltung einer solchen Fläche passt in unsere Weinbaugemeinde und wird sicher auch als Urnenbestattungsmöglichkeit angenommen werden“, sagte Schäfer. Noch fehlende Bäume und Sträucher sollen nach Allerheiligen gepflanzt werden.

Mit Landeszuschuss

Für die Planung verantwortlich war Landschaftsplaner Kurt Garrecht aus Herxheim, umgesetzt hat sie das Gartenbau-Unternehmen Galabau aus Lustadt. Die Baukosten bezifferte Schäfer auf rund 550.000 Euro. Das Land hat das Projekt mit über 125.000 Euro bezuschusst.

Der Ortsbürgermeister kündigte in diesem Zusammenhang an, dass die Sanierung der Friedhofshalle im Innenraum und der Einbau neuer Fenster noch im November fortgeführt und im kommenden Jahr abgeschlossen werden sollen.

Eher mal bremsen

Einer Bürgerin dankte Schäfer ganz besonders: der seit vielen Jahren aktiven ehrenamtlichen Beauftragten für den Friedhof, Rosina Schwaab. „Sie hat, wenn ich das so sagen darf, die ,Bauoberleitung’ innegehabt“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Mit unvorstellbarem Engagement habe Schwaab in enger Abstimmung mit dem Landschaftsplaner Garrecht die Neugestaltung vorangetrieben. Es sei kein Tag vergangen, an dem sie nicht auf „ihrem“ Friedhof gewesen sei. Schäfer: „Wer Rosina mit einer Aufgabe betraut, weiß, dass man sie nicht antreiben muss. Eher mal ein bisschen bremsen.“

Umrahmt wurde die Feierstunde auf dem Friedhof von der Bläsergruppe der Musikschule „Musicpalace Neustadt“.

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