Neustadt Wichtige Funktion in Westafrika

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100 Baby-Erstausstattungen mit Windeln, Babykleidung und Spielzeug sind nach monatelangen Verzögerungen jetzt in der Entbindungsstation in Tienko in Mali eingetroffen, die 2011 mit Unterstützung des Fördervereins Kolokani eingerichtet worden ist.

Vor einem guten Jahr hatte der Architekt Helmut Lerch aus Heidelberg in Haßloch über das Thema „Bauen in Westafrika mit Baustoffen der Region oder: Warum Betonbauten nicht entstehen sollten“ referiert. Seine Ehefrau, die beim Kinderschutzbund Heidelberg mitarbeitet, war bei dem Termin vom Engagement des Haßlocher Fördervereins Kolokani und der Groupe Mali aus Viroflay so beeindruckt, dass sie die 100 Baby-Ausstattungen spendete. Die Haßlocher brachten die insgesamt neun Kartons mit den gespendeten Babysachen sowie mit weiteren Spenden aus dem Großdorf – darunter für ein Krankenhaus bestimmte gebrauchte Brillen sowie Fachbücher und Lexika für das Gymnasium – zum Verein „Mali-Hilfe“ nach St. Wendel. Dieser hatte einen Container geordert, mit dem Hilfsgüter nach Westafrika geschickt werden sollten. Dieser Transport verzögerte sich nach Angaben des Fördervereins Kolokani aus vielen Gründen allerdings erheblich. Erst Ende März kamen die Güter in Bamako, der Hauptstadt Malis an, und Anfang April konnten die Babyausstattungen in der Entbindungsstation in Tienko in Empfang genommen werden. Den Transport in Mali hatte der Vorsitzende des Partnerschaftskomitees in Kolokani (Association du Jumelage de Kolokani), Diadji Diarra, selbst übernommen. Er ist gleichzeitig Vorsitzender des dortigen Kreistages. In der Entbindungsstation in Tienko freuten sich die Hebamme und die schwangeren Frauen sehr über die Spenden aus Deutschland, berichtet Gerold Mehrmann, Vorsitzender des Fördervereins Kolokani. „In diesem Jahr müssen sich die Frauen keine Gedanken mehr über Babykleidung machen“, so Mehrmann. Der Förderverein Kolokani weist darauf hin, dass Entbindungsstationen in Westafrika eine wichtige Funktion erfüllen: Die Frauen in Mali entscheiden sich oft sehr spät, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Der große Kreis Kolokani besteht zwar nur aus zehn Gemeinden mit 280 Dörfern und 180.000 Einwohnern, hat aber fast die Fläche des Landes Rheinland-Pfalz. Nur wenige Krankenhäuser bestehen dort, was für schwangere Frauen lange Anfahrtswege bedeutet – häufig auf ungeeigneten Fahrzeugen wie Mopeds und dazu noch auf schlechten Pisten. Entbindungsstationen können hier wichtige Verbesserungen bringen. Das Dorf Tienko liegt nach Angaben von Mehrmann in der Gemeinde Nonkon, südöstlich der Kreisstadt Kolokani und nordöstlich der Hauptstadt Bamako. Die letzten 15 Kilometer bis zu dem Dorf sind nur über Pisten zu erreichen. Im April ist der Boden hart, es gibt keine Wasserlöcher oder Pfützen. Auch die Bäche sind ausgetrocknet. Nach der Regenzeit, die Ende Oktober abklingt, regnet es nicht mehr bis Anfang Juni. Der April und der Mai sind die heißesten Monate in Mali. Die Temperaturen steigen auf über 40 Grad Celsius. (guh)

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