Neustadt „Wettkampf mit Finals attraktiv“

Neustadt (sab). Von einem einwandfreiem Wettkampf sprach Schiedsrichter Andreas Wagner (Landau) gestern bei den 22. Weinstraßen-Schwimmwettkämpfen des SC Neustadt. Damit meinte er nicht nur die Leistungen der 482 Teilnehmer, die immerhin 29 Bahnrekorde geschwommen sind, sondern auch das Helferteam des SCN.
„Wenn es im Umfeld nicht funktioniert, dann überträgt sich die Hektik der Helfer auch auf die Schwimmer“, weiß Wagner aus Erfahrung. Die 22. Veranstaltung sei „eine der besseren in den vergangenen 22 Jahren“ gewesen. Bis gestern Nachmittag hatte es 18 Bahnrekorde bei den Männern, elf bei den Teilnehmerinnen gegeben. Auch die Neustadter haben hierbei zugeschlagen: Maximilian Walther (Jahrgang 2000) schwamm Bahnrekord über 100 Meter sowie 200 Meter Freistil in 55:61 Sekunden beziehungsweise 2:03,54 Minuten. Philipp Sonnenberg (2004) gelang dies über 50 Meter Schmetterling (35:25) und 400 Meter Lagen (5:56,22). „Maximilian ist eine gute letzte Bahn geschwommen“, erzählte SCN-Trainerin Manuela Wagner von Walthers 200 Metern. Auf der vierten und letzten Bahn sei er zweieinhalb Sekunden schneller gewesen als auf der dritten Bahn. Wagner freute sich: „Er ist richtig explodiert.“ Die SCN-Schwimmer waren auch zehnmal in Finals über 50 und 100 Meter vertreten – hierfür hatten sie sich extra in Vorläufen qualifizieren müssen. Zweite Plätze und somit 15 Euro gab es jeweils für Maximilian Walther (50 Meter Freistil, 25,77 Sekunden) und Jan Rottmayer (50 Meter Schmetterling, 27,73). Für ihre dritten Plätze gewannen Walther (50 Meter Schmetterling, 27,78; 100 Meter Freistil 55,61) und Niklas Rottmayer (100 Meter Brust 1:13,58; 50 Meter Brust 33,67) jeweils zehn Euro. Genau diese kleinen Preisgelder locken so manchen Schwimmer an. „Ich finde den Wettkampf mit den Finals attraktiv“, erzählte Andreas Wiesner (SG Rheinhessen Mainz), der gerade erst bei den deutschen Meisterschaften im A-Finale über 100 Meter Rücken Sechster geworden war. „Schön ist auch, dass man sich hier was dazuverdienen kann“, ergänzte er. Der aus Paderborn stammende Athlet gewann die Finals über 50 Meter Schmetterling (25,94), 100 Meter Freistil (53,80) und 50 Meter Rücken (26,92). Über 50 Meter Rücken stellte er im Vorlauf (27,14) und im Finale jeweils einen Bahnrekord auf und erhielt dafür zweimal zehn Euro. Erstmals wurden bei den Weinstraßen-Wettkämpfen Mehrkämpfe angeboten. „Das gibt Sicherheit“, lobte dies Dominic Blaul, Trainer der SG Rheinhessen Mainz. Dem stimmte auch Michael Dietz, Trainer des SC Delphin Grünstadt, zu: Wenn ein Schwimmer nämlich bei einer Meisterschaft zu langsam sei und den Nachweis nicht habe, dass er schon einmal die geforderte Punktzahl erreicht habe, müsse sein Verein 100 Euro nachträglich zahlen. Blaul ergänzte: „Gerade für die Kinder ist es besser, wenn sie vor einer Meisterschaft den Mehrkampf ein-, zweimal üben können.“ Bei einem Mehrkampf, der über zwei Tage stattfindet, gibt es nämlich die ansonsten selten angebotene Disziplin Beinarbeit. Die Sportler starten im Wasser, halten ein Schwimmbrett und bewegen sich nur per Beinarbeit vorwärts. „Das Brett muss man vorne fassen, nicht hinten“, erklärt Schiedsrichter Wagner den Wettbewerb. Der Anschlag erfolge mit dem Brett. In Neustadt habe sich insgesamt die Anzahl an Disqualifikationen im Rahmen gehalten, betonte Wagner. „Im Mehrkampf sind es fast noch weniger, weil die Starter spezifisch darauf vorbereitet werden.“