Elmstein RHEINPFALZ Plus Artikel Weil das Geld fehlt: Pfälzer Kirche muss verkauft werden

Die St. Wendelin und St. Hubertus Kirche in Speyerbrunn wird verkauft. Eine orthodoxe Gemeinde hat Interesse bekundet.
Die St. Wendelin und St. Hubertus Kirche in Speyerbrunn wird verkauft. Eine orthodoxe Gemeinde hat Interesse bekundet.

Die katholische Kirche St. Wendelin und St. Hubertus in Speyerbrunn wird verkauft. Für 25. Juni ist die Profanierung der Kirche geplant. Ein Kaufinteressent steht bereit.

Speyerbrunn gehört zur Pfarrei Heiliger Johannes XXIII. Pfarrer Christoph Herr hatte bei einer Gemeindeversammlung im Oktober vergangenen Jahres mitgeteilt, dass die Pfarrei nicht genug Geld habe, um ihre insgesamt neun Kirchen zu unterhalten und zu erhalten. Da sich ein Interessent gemeldet habe, der das Speyerbrunner Kirchlein kaufen möchte, solle dieses verkauft werden. In der Kirche St. Wendelin und St. Hubertus findet bereits seit einiger Zeit nur noch einmal pro Monat ein Gottesdienst statt. Außerdem gibt es hier gelegentlich kleine Veranstaltungen und kirchliche Feiern, wie Hochzeiten.

Nach Angaben von Pfarrer Herr hatten sich zum Zeitpunkt der Gemeindeversammlung die Gremien der Pfarrei und des Bistums Speyer noch nicht mit dem Verkauf befasst. Das habe sich inzwischen geändert, teilt Herr auf Anfrage mit. Der Pfarreirat und der Verwaltungsrat der Pfarrei Heiliger Johannes XXIII. hätten einem Verkauf zugestimmt. Daraufhin habe die Pfarrei beim Bistum einen Antrag auf Profanierung der Kirche St. Wendelin und St. Hubertus gestellt. Die Gremien des Bistums hätten der Profanierung ebenfalls zugestimmt. Das Bischöfliche Sekretariat – und damit der Bischof – habe dann die Profanierung genehmigt.

Kirche erhält neue Bestimmung

Profanierung ist von dem lateinischen Verb profanus abgeleitet und bedeutet „Entwidmung“. „Oft wird Profanierung mit Entweihung übersetzt. Das ist falsch“, betont Herr. Um eine Entweihung handle es sich, wenn sakrale Gegenstände mutwillig beschädigt oder zerstört würden. Eine Entwidmung sei dagegen ein genau festgelegter kirchlicher Ritus. Eine Profanierung ist vorgeschrieben, wenn Gegenstände oder Gebäude, die geweiht wurden, nicht mehr für kirchliche, sondern für weltliche Zwecke genutzt werden sollen.

Nach der Profanierung müsse der Verkauf der Kirche öffentlich ausgeschrieben werden, erklärt Herr. Ein Verkauf an den Interessenten, der sich im vergangenen Jahr gemeldet habe, sei ohne eine vorausgehende Ausschreibung nicht zulässig. Pfarrer Herr geht allerdings nicht davon aus, dass sich weitere Interessenten melden werden.

Was passiert mit der Orgel?

Der Interessent ist eine orthodoxe Gemeinde. Wie Pfarrer Herr berichtet, wurde der Wert des Gebäudes inzwischen von einem Gutachter festgelegt. Zu diesem Preis werde die Kirche St. Wendel und St. Hubertus zum Verkauf angeboten. Wie hoch dieser Preis ist, will Herr nicht sagen. Die Pfarrei dürfe die Einnahme aus dem Verkauf behalten. „Das Geld bekommt aber nicht der Pfarrer“, betont Herr. Es solle für andere Aufgaben der Pfarrei verwendet werden.

Noch unklar sei, was mit der Orgel, die in der Speyerbrunner Kirche steht, geschehen soll. Bei Gottesdiensten orthodoxer Christen wird keine Orgel eingesetzt. Die Orgel in der Speyerbrunner Kirche ist die frühere Kirchenorgel von Esthal. Die Esthaler Gemeinde könnte die Orgel gut gebrauchen, da geplant ist, die alte Katharinenkapelle vom großen Kirchenschiff abzutrennen und für Gottesdienste zu nutzen. Denn das Kirchenschiff wird aus Kostengründen nicht mehr geheizt. Doch ein Transport der Orgel würde zwischen 10.000 und 20.000 Euro kosten, sagt Herr.

Noch eine Eucharistiefeier in der Kirche

Nach seinen Angaben ist für Samstag, 25. April, 18 Uhr, noch einmal eine Eucharistiefeier in der Kirche St. Wendelin und St. Hubertus geplant. Bei einem Gottesdienst am Donnerstag, 25. Juni, 18 Uhr, den der emeritierte Weihbischof Otto Georgens halten wird, solle dann die Profanierung erfolgen. Dabei werde das Ewige Licht gelöscht, der Tabernakel geleert, die Reliquien werden aus dem Altar geholt, der Altar werde entkleidet und ein Profanierungsdekret verlesen. Die Reliquien werden in ein Depot im Bischöflichen Sekretariat in Speyer gebracht.

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