Neustadt Wasserprojekt wird konkret

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Innenstädte mit einem offenen Wasserlauf sind attraktiv – für Bürger und Gäste. Doch wurde in Neustadt der Speyerbach vor langer Zeit zum Teil unter die Erde verbannt. In anderen Städten wurde das allerdings noch viel exzessiver betrieben. Deshalb kann Neustadt im Gegensatz zu diesen ein wenig „Wiedergutmachung“ betreiben – mit dem Projekt „Wasser in der Stadt“.

Seit geraumer Zeit haben Stadtplanung und Bürgerstiftung die Idee auf dem Schirm: Der Speyerbach soll, zumindest indirekt, auf dem Juliusplatz sowie in der Laustergasse zwischen Kriegerdenkmal und RHEINPFALZ erlebbar werden. Dafür sollen Mittel aus dem Städtebauförderprogramm beantragt werden, zudem rührt die Bürgerstiftung die Werbetrommel, unterstützt vom Lions Club. Der Stadtrat hatte abgesegnet, externe Planer zu beauftragen. Am Donnerstag stellte das Landschaftsarchitekturbüro Hofmann-Röttgen, Limburgerhof, im Bauausschuss einen ersten Konzeptentwurf vor. Eine größere Wasserfläche ist demnach auf dem Juliusplatz vorgesehen. Nicht rund, sondern mehreckig, in den Boden eingelassen, maximal 20 Zentimeter tief und ein klein wenig abschüssig. Nur eine Seite würde mit einer kleinen Kante versehen. Parallel zum Rathaus soll die Fläche verlaufen, ein Steg Querungshilfe bieten. Möglich wären auch kleine Fontänen, die aus der Fläche heraussprudeln. Das Nass würde aus dem nahen Speyerbach geholt, hätte Badegewässer-Qualität und würde unermüdlich umlaufen. Gemauerte Sitzgelegenheiten würden zum Verweilen bitten. Wie der Übergang zwischen Juliusplatz und Kriegerdenkmal gestaltet werden kann, dafür gibt es einige Ideen. Auf jeden Fall wird es rein optisch und ebenerdig sein, die Marktstraße also trocken bleiben. Damit wäre auch gesichert, dass der Marktplatz ungehindert genutzt werden kann. In der Laustergasse dann ist eine Art flaches Wasserband geplant, das nicht streng gerade aus und in einer einzigen Breite verläuft, sondern sich ein wenig den baulichen Gegebenheit anpasst. Zum Klemmhof hin erhält es ein kleine Aufmauerung. Auf jeden Fall bleibt laut Planern die Durchfahrt gesichert, auch für Rettungsfahrzeuge und Lkw. Gespeist wird der Bereich mit Wasser, das unter dem Klemmhof herausgepumpt wird: Hinter dem Einleitungspunkt in den Speyerbach soll es wieder hochgepumpt und in das Wasserband befördert werden. Die Grüninsel vor der RHEINPFALZ soll ein neues Gesicht erhalten mit einer großen, runden Bank um eine Rabatte mit Blumen und Baum. Optional wäre ein weiterer Vorschlag der Planer: das Bassin nahe Juliusplatz und Garten der Marienkirche wieder erlebbar zu machen. Dazu sollte das Becken verkleinert und der Wasserstand gesenkt werden, was für mehr Platz zum Sitzen sorge. Überlegt werden könnte zudem, es über eine Treppe mit dem Kirchgarten zu verbinden. Dazu habe die Bürgerstiftung einen ersten Kontakt zur Kirchengemeinde aufgenommen. Ob beispielsweise das Becken mittels eines Schaufelrads im Speyerbach mit Wasser versorgt wird, ist ebenfalls Zukunftsmusik. Das können sich die Planer zwar vorstellen, indes gibt es eine „konkurrierende Planung“. Denn die Struktur- und Genehmigungsdirektion plant dort, wo das Schaufelrad sitzen würde, eine Fischtreppe. Das Bassin (ohne Schaufelrad) zu nutzen, würde laut Planern um die 100.000 Euro kosten. Für Juliusplatz und Laustergasse rechnen sie mit einer Bruttobausumme von 1,25 Millionen Euro. Im März soll der Stadtrat beschließen und dann der Förderantrag gestellt werden. Info Am Mittwoch, 1. Februar, wollen Stadtverwaltung und Planungsbüro das Konzept mit Anwohnern und Bürgern diskutieren. Sie laden für 18.30 Uhr in den Ratssaal im Rathaus ein. Vertreten sind dann auch Bürgerstiftung und Lions Club. |ahb

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