Neustadt
Wasserball: Spielabbruch in Zweitliga-Partie zwischen SC Neustadt und München
Der SCN begann furios und beendete das erste Viertel mit fünf Toren Vorsprung. Schon in dieser Phase fielen die Münchner mit aggressiver und unfairer Spielweise auf, die jedoch von den Schiedsrichtern kaum unterbunden wurde. Dennoch geriet dieses Viertel zu einem Wasserball-Leckerbissen. Das Zusammenspiel von Alt und Jung im SCN-Kader mit den Oldies Stefan Ehrenklau, Christoph Kuhn, Fernando Mongrell und Matthias Kuhn harmonierte perfekt mit dem SCN-Nachwuchs. Torwart Kai Ulrich glänzte mit einigen Paraden und leitete damit die Konter ein.
Die Bayern, die am Vorabend noch in Ludwigshafen mit 17:10 gewonnen hatten, verkürzten im zweiten Viertel auf 6:9. Doch in den letzten Sekunden vor der Pause brannten beim Gästetrainer Bojan Fijatov alle Sicherungen durch: Nach seinem lautstarken Protest gegen Schiedsrichter-Entscheidungen sah er die Rote Karte, verließ aber nicht sofort die Halle. Im Verlauf der Diskussionen sah auch Gästespieler Abel Katona „Rot“, weil er den Schiedsrichter bespuckte und dann mit seiner Kappe nach ihm schlug.
München nahm das Spiel nach der Pause wieder auf, der SCN schien seine Linie verloren zu haben, die Gäste kamen auf 8:9 heran. Als sich aber der SCN wieder stabilisierte und auf 11:8 erhöhte, stürmte Trainer Fijatov ins Schwimmbad und winkte sein Team aus dem Becken. Die Schiedsrichter schritten zum Zeitnehmertisch. Hallensprecher Helmut Rheude verkündete deren Entscheidung: „Spielabbruch.“ Schiedsrichter Baßmann: „Wäre der Trainer nur ins Bad gekommen, hätten wir ihn wieder verwiesen. Aber dadurch, dass er sein Team aus dem Wasser geholt hat, kam es zum Abbruch. Wie genau das Spiel gewertet wird, kann ich jetzt nicht sagen, entweder 11:8 oder 10:0 für Neustadt. Das entscheidet der Verband.“
Keine Stellungnahme gab es von Trainer Fijatov. Er meinte nur: „Jetzt ist nichts zu sagen.“ SCN-Trainer Davorin Golubic: „Das muss eine Strafe für das ganze Münchner Team geben. So ein Verhalten, auch der anderen Spieler, habe ich noch nicht erlebt.“ SCN-Manager Michael Heinz: „Ich habe noch nie gesehen, dass ein Spieler nach einem Schiedsrichter schlägt.“ Übeltäter Katona: „Der Puls ging hoch. Es war ein sehr emotionales Spiel. Es tut mir leid.“
So spielten sie
SCN: Ulrich, Hendrik Hummel – Ehrenklau (2 Tore), Kuhn, Bauer (1), Weigert (1), Freiberger, Mongrell (1), Vagts, Ananias, Schädler, Benedikt Hummel, Held (5).