Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wasserball: SC Neustadt ohne Trainingsmöglichkeiten

Schiedsrichter Norbert Baßmann zeigte Anfang Februar dem Münchener Abel Katona die Rote Karte, nachdem der Spieler ihn unter and
Schiedsrichter Norbert Baßmann zeigte Anfang Februar dem Münchener Abel Katona die Rote Karte, nachdem der Spieler ihn unter anderem bespuckt hatte.

Wasserball: Die Entscheidung ist gefallen: Das Anfang Februar abgebrochene Zweitliga-Spiel im Stadionbad zwischen dem SC Neustadt und der SG Stadtwerke München wird mit 10:0 für den SCN gewertet. Wegen des Coronavirus hat das Team ab sofort keine Trainingsmöglichkeiten.

Daniel Waas, Rundenleiter der Zweiten Wasserball-Liga Süd, hat dem SC Neustadt die Entscheidung über die Wertung des Heimspiels gegen die Stadtwerke München jetzt mitgeteilt. Wie berichtet, hatte der Münchener Trainer Bojan Fijatov beim Gastspiel in Neustadt sein Team vorzeitig aus dem Becken im Stadionbad geholt. München hatte zu diesem Zeitpunkt 8:11 zurückgelegen, der Münchner Coach hatte bereits die Rote Karte gesehen und hätte sich gar nicht mehr im Beckenbereich aufhalten dürfen.

SCN-Trainer Davorin Golubic: „Diese Entscheidung war jetzt zu erwarten. Es gab eigentlich keine andere Möglichkeit. Den Münchenern war das auch schon damals bewusst. Theoretisch gibt es noch die Möglichkeit eines Einspruchs. Aber da sehe ich keine rechtliche Möglichkeit, dass München dann besser wegkäme.“

Drei Monate gesperrt

Auch der Münchner Nachwuchsspieler Abel Katona ist hart bestraft worden. Er hatte nach dem Badverweis seines Trainers einen Schiedsrichter bespuckt und mit der Kappe nach ihm geschlagen. Golubic: „Abel ist für drei Monate gesperrt. Für alle Spiele, also auch für die U18-Mannschaft oder die Münchener Oberligamannschaft.“ Trainer Fijatov ist laut Golubic bis zum Saisonende gesperrt.

Golubic steht jetzt mit seinem Team auf Rang drei mit 13:1 Punkten. Auf Platz zwei liegt Frankfurt, obwohl die Hessen schon vier Niederlagen quittiert haben. Sie haben aber bereits elf Partien absolviert und liegen so nach Pluspunkten vor dem SCN. Tabellenführer ist der SV Cannstatt mit acht Siegen und 16:0 Punkten.

Stadionbad geschlossen

Doch ob es am Sonntag, 22. März, um 14 Uhr tatsächlich zum Spitzenspiel des SCN gegen die Cannstatter im Stadionbad kommt, wagt Golubic nicht zu hoffen. „Die Lage wegen des Coronavirus ändert sich täglich, ja sogar fast stündlich“, sagt er. „Meine internationale Schule, an der ich in Wiesbaden arbeite, bereitet sich momentan darauf vor, kurzfristig eventuell nur noch online zu unterrichten. Dort kommen die Schüler auch aus vielen Ländern und haben mit ihren Angehörigen Kontakt, die vielleicht gerade aus einem anderen Land wieder eingereist sind.“ Weil die Schwimmbäder in Ludwigshafen bereits geschlossen sind, sind alle Wasserballspiele von Vorwärts Ludwigshafen und auch die Spiele der Vorwärts-Jugend gegen die SCN-Teams komplett abgesagt worden. Golubic: „Momentan trainieren wir noch normal.“ Doch ab heute, Samstag, sitzen die Wasserballer dann auch in Neustadt auf dem Trockenen, da das Stadionbad geschlossen ist. Alternative Trainingspläne seien indes für Wasserballer oder Schwimmer nur schwer aufzustellen, wenn sie nicht ins Wasser könnten. Golubic: „Denn fast jede Bewegung außerhalb des Wassers ist zu Trainingszwecken eher kontraproduktiv. Aber diese Probleme kommen jetzt auf alle Wasserballteams in Deutschland zu.“

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