Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Wasser in die Stadt: Dauert noch, bis es am Juliusplatz fließt

Noch trockenen Fußes auf dem Juliusplatz: Wo Projektleiterin Kerstin Baum (rechts) und Dagmar Staab vom Stadtmarketing stehen, w
Noch trockenen Fußes auf dem Juliusplatz: Wo Projektleiterin Kerstin Baum (rechts) und Dagmar Staab vom Stadtmarketing stehen, wird die nächste Stufe des Projekts »Wasser in die Stadt« realisiert werden.

Ende vergangenen Jahres hat der Stadtrat die Pläne zum nächsten Bauabschnitt des Projekts „Wasser in die Stadt“ abgesegnet. Bis der Juliusplatz neben dem Neustadter Rathaus und die Gasse zum Marktplatz umgestaltet werden, sind aber noch einige Hürden zu nehmen.

Kein Plätschern ist derzeit zwischen Elwetritschebrunnen und Hauptstraße zu vernehmen: Die Anlage des ersten Abschnitts von „Wasser in die Stadt“ ist winterbedingt stillgelegt. Der Ansturm von planschenden Kindern lässt angesichts eisiger Temperaturen auf sich warten. Noch warten müssen die Bürger auch auf die nächste Stufe des Projekts, das den Verlauf des Speyerbachs in der Innenstadt nachzeichnen soll.

Weiße Streifen auf dem Pflaster kennzeichnen die Grenzen der neuen Anlage, die neben dem Rathaus entstehen wird. Rote Punkte dienen der Orientierung, wo sich einmal die Feuerwehrzufahrt befinden wird. Darüber hinaus braucht es Vorstellungskraft – oder die vom Landschaftsarchitekturbüro Hofmann und Röttgen aus Limburgerhof erstellten Planskizzen.

Der Baubeginn
„Wir peilen 2023 an“, sagt Projektleiterin Kerstin Baum von der städtischen Tiefbauabteilung zum möglichen Baubeginn des geplanten Wasserlaufs sowie des optisch nur angedeuteten Verlaufs in der Gasse zwischen Marktplatz und Hauptstraße. Die Planer gehen von neun Monaten Bauzeit aus – „aber vor Überraschungen ist man nie gefeit“, weiß Baum aus leidlicher Erfahrung. Wann genau es losgeht, das kann Baum indes noch nicht sagen. Dazu gibt es noch zu viele Unbekannte – und andere Bauvorhaben, die zuerst beendet werden müssen.

Was vorher noch zu tun ist
Bevor der Juliusplatz umgestaltet wird, müssen zunächst die Arbeiten in der aktuell gesperrten Fröbelstraße sowie die geplante Sanierung der Stangenbrunnengasse abgeschlossen sein. Der Ausbau der Fröbelstraße soll Mitte Juli enden, die Arbeiten am Kanal, an Gas- und Wasserleitungen in der Stangenbrunnengasse im August beginnen.

Die Ausschreibung
Nachdem Ende 2021 der Entwurf stand und die Baukosten vor Kurzem definiert worden sind – Baum rechnet nach jetzigem Stand exklusive der Planungs- und Nebenkosten mit rund 500.000 Euro –, werden nun die Planungsleistungen europaweit ausgeschrieben. „Der Baubeginn hängt demnach auch von der erfolgreichen Ausschreibung und der Leistungsfähigkeit des zukünftigen Planungsbüros ab“, sagt die Projektleiterin. Dürfte sie sich ein Bauunternehmen aussuchen, würde die Flörchinger Garten- und Landschaftsbau GmbH den Zuschlag bekommen. Die Firma aus Guntersblum hat bereits den ersten Abschnitt realisiert und laut Baum „einen super Eindruck hinterlassen“.

Der Entwurf
So groß wie die Anlage in der Laustergasse wird jene auf dem Juliusplatz nicht. Richtung Westen – neben der Zeitungsleser-Skulptur – ist ein Einlaufstein wie gegenüber dem Kriegerdenkmal in der Laustergasse vorgesehen. Das Wasser fließt von dort in das erste Becken des Bachlaufs und verschwindet kurzzeitig unter einer Brückenplatte, die wiederum eine Zufahrt zum Rathaus ermöglicht. Der Grund des Bachlaufs ist mit kleinen Kaskaden abgetreppt, um sich dem Gefälle des Platzes anzupassen.

Südlich des Bachlaufs wird ein ebenerdiges Feld mit elf beleuchteten Wasserfontänen angelegt, entweder zwischen 20 bis 50 oder 50 bis 70 Zentimeter hoch. Darüber hinaus werden – auf ausdrücklichen Wunsch des Innenstadtbeirats hin – zwei Sitzsteine auf Seite des Rathauses verlegt. Der Abstand der Anlage zum Rathaus beläuft sich zwischen 2,50 und 3,50 Meter. Sowohl der verrohrte Speyerbach als auch eine private Tiefgarage bleiben von dem Projekt unberührt, betont Kerstin Baum. Die Ausbautiefe betrage maximal 65 Zentimeter.

Die Wasserversorgung
Der Bachlauf und das Fontänenfeld werden – wie die Anlage in der Laustergasse – mit Wasser aus dem Klemmhof gespeist. Dazu muss eine Leitung von der Zisterne im Bereich Badstubengasse bis zum Juliusplatz verlegt werden, erklärt die Projektleiterin. Eine Transportleitung wurde bereits beim ersten Projektabschnitt bis zum Kriegerdenkmal vorverlegt. Um den Anschluss herzustellen, muss die Hauptstraße gekreuzt werden. Dort – bis hin zum Gemüseladen an der Ecke Marktplatz – wird laut Planung in offener Bauweise gebaut, ein Leitungsgraben ausgehoben.

Weil das Pflaster auf dem Marktplatz unberührt bleiben soll, wird ab Ende der Gasse bis zum Juliusplatz in geschlossener Bauweise, also unterirdisch, eine Druckleitung verlegt. Diese Leitung verzweigt sich am Juliusplatz: Darüber wird zum einen der Bachlauf versorgt und zum anderen eine drei Kubikmeter große, neue Zisterne, über die das Fontänenfeld betrieben wird. Das Wasser aus der Anlage wird über ein Einlaufbecken in den Speyerbach gespeist.

Die Gasse zum Marktplatz
Weil die Gasse zwischen Hauptstraße und Marktplatz zu eng ist für einen offenen Wasserlauf, haben sich die Planer dazu entschieden, eine optische Verbindung zwischen Juliusplatz und Klemmhof zu schaffen. So werden in der Gasse Becken und eine Brückenplatte „nachgezeichnet“, sodass es ähnlich wie beim Klemmhof aussieht – nur eben ohne Vertiefung. Fußgänger können den Weg während der Bauzeit nicht nutzen, die Geschäfte aber müssen laut Baum erreichbar bleiben, wie bei den Arbeiten in der Laustergasse.

Die Marktbeschicker
Ist der Marktplatz zum Beispiel wegen des Weihnachtsmarkts für den Wochenmarkt gesperrt, weichen die Beschicker auf den Juliusplatz aus. Das soll auch künftig möglich sein, jedoch müssen sie eigenständig für die Abdeckung der Anlage sorgen. Rein theoretisch könnte die Anlage dann zeitweise sogar mit Ständen überbaut werden.

Letzte Arbeiten am Klemmhof
Um den unvollendeten Bereich nahe dem Elwetritschebrunnen fertigzustellen, muss die Klemmhof-Tiefgarage gesperrt werden. Denn die Zufahrt wird neu gepflastert, ebenso der Bereich zwischen der Hausecke des Bürobedarfs Seitz bis zum Pflanzkübel an der Klemmhof-Ausfahrt. Zuletzt hieß es, dass der Abschnitt erst abgeschlossen werden kann, wenn das DRK-Corona-Testzentrum im Klemmhof wieder geschlossen ist, da den Besuchern eine Parkmöglichkeit geboten werden sollte. Da das Testzentrum nicht mehr so stark frequentiert ist und es auch alternative Testangebote gibt, sollen die Arbeiten möglichst noch diesen Sommer abgeschlossen werden, so Baum. „Momentan überlegen wir, ob und wie die Dauerparker die Tiefgarage während der Bauzeit nutzen können.“

So soll der neue Bachlauf auf dem Juliusplatz einmal aussehen. Der graue Block im Hintergrund stellt das Rathaus dar.
So soll der neue Bachlauf auf dem Juliusplatz einmal aussehen. Der graue Block im Hintergrund stellt das Rathaus dar.
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