Maikammer
Was rund um die Wetterstation auf der Kalmit entstehen könnte
Regenschirm ja oder nein? Fahrrad oder Bus? Dünne Jacke oder dicker Pulli? Die Frage, wie das Wetter gerade ist und wie es wird, beschäftigt uns ständig. Der Wetterfrosch ist unser Wegbegleiter, und wehe, er liegt daneben. Dass die Erwartungen an die „Wetterfrösche“ immer höher werden, hat in dieser Woche einer deutlich gemacht, der es wissen muss: Christian Müller vom Wetterbüro Klima Palatina. Müller misst seit Jahrzehnten täglich Temperatur, Luftdruck und Windgeschwindigkeit, die Wetterbeobachtung ist seine große Leidenschaft. Das Wissen darüber hat er sich selbst angeeignet, die Wettermessungen jahrelang neben seinem Job in der Verwaltung erledigt. Die Wetterstation ist sein „Baby“.
Doch inzwischen ist das Baby erwachsen geworden. Auf der Kalmit steht neuerdings eine Wetterstation, die zum Netz der Agrarmeteorologie Rheinland-Pfalz gehört und Daten liefert, die dem Standard des Deutschen Wetterdienstes entsprechen. Daten, die wir für die Klima- und Umweltforschung brauchen. Es war deshalb ein guter Tag, als die Wetterstation diese Woche eingeweiht wurde.
Die Wetterstation ist indes nur ein erster Schritt, die Pläne gehen weit darüber hinaus. Müller hat in der Wissenschaft Kooperationspartner gefunden, die in ihrem jeweiligen Fachbereich das Potenzial der Kalmit als Standort einer Mess-Station nutzen wollen. Auf dem Hausberg der Maikammerer könnte so eine Art Outdoor-Labor entstehen, in dem verschiedene Fachrichtungen zusammenkommen. Bis es so weit ist, ist natürlich noch ein weiter Weg, und es bedarf der Mitarbeit vieler Akteure. Doch die Weichen sind gestellt, und das ist in erster Linie das Verdienst Christian Müllers.
Gelingt das Projekt so wie geplant, kehrt das Kalmit-Gelände nach Jahren der militärischen Nutzung im Kalten Krieg und der Vernachlässigung in den Jahrzehnten danach gewissermaßen wieder zu den Anfängen zurück. Denn Wetteraufzeichnungen und einen Versuchsgarten: Das gab es schon einmal auf der Kalmit. Nur war das bis vor Kurzem – fast – in Vergessenheit geraten.