Neustadt Was ist uns wichtig?

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„Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen.“ Ich weiß zwar nicht mehr, von wem dieser Satz stammt, aber mein Vater hat ihn oft zitiert, wenn er der Meinung war, dass wichtige Dinge zu selbstverständlich geworden sind. Das kommt mir wieder in den Sinn, wenn ich die aufgeregten Reaktionen erlebe, die in vielen Kreisen geäußert werden nach den derben Auftritten und Äußerungen von Donald Trump. Plötzlich ist Gewohntes und scheinbar Selbstverständliches ins Wanken gekommen. Der Aufschrei ist groß, aber auch der Applaus von Menschen, die sich in ihren Ängsten und Befürchtungen vorher nicht gehört fühlten und die nun ein mächtiges Sprachrohr haben. Jetzt werden viele wach und wachgerüttelt, für die alte tragende Fundamente angegriffen erscheinen. Die Frage wird lebendig: „Was ist uns als Gesellschaft lieb und wert und wichtig?“ Schlagworte werden hörbar: Demokratie, Toleranz, Solidarität, Subsidiarität, Mitgefühl, Nächstenliebe, Demut…! Da stelle ich gern die Frage, ob uns eine polternde Bewegung um Donald Trump herausfordert, die Grundwerte unseres menschlichen Miteinanders neu zu stärken und dankbar zu pflegen, anstatt das als selbstverständlich den Institutionen und Amtsträgern zu überlassen. In Europa stehen wir vor der selben Aufgabe. Europaverdrossenheit und Separatismus zeigen deutlich, wie wenig der Gründergeist lebendig geblieben ist. Wenn Europa nur als Wirtschaftsraum und Verwaltungsbürokratie empfunden wird, dann verdient es nicht den Namen Gemeinschaft. Das geht uns alle an, damit wir nicht später einmal vor einem Scherbenhaufen stehen und sagen: „Hätten wir doch damals…“ Der Autor Pfarrer Benno Riether (56) ist Kooperator in der Pfarrei Teresa von Àvila, Neustadt

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