Neustadt „Was ich mache, möchte ich richtig machen“
Nun ist sie auch offiziell in ihr Amt eingeführt: Gabriele Koreng, die neue Schulleiterin der bilingualen Grundschule Deidesheim. Bereits mit Beginn des neuen Schuljahrs hat sie ihren Vorgänger Bernhard Oberhettinger abgelöst. Sie sei „gut angekommen in Deidesheim“, sagt sie. „Ich fühle mich hier sehr wohl.“
Dabei habe sie ursprünglich gar nicht in die Schulleitung gewollt, bekennt die gebürtige Freiburgerin. Sie hatte an der Grundschule in Obrigheim gearbeitet, danach in Wachenheim, wo sie ab 2008 auch das Amt der Konrektorin bekleidete. Dann wurde 2014 die Schulleiterstelle an der Salier-Grundschule in Bad Dürkheim vakant. Sowohl der Schulleiter als auch seine Konrektorin konnten ihre Tätigkeit nicht weiter wahrnehmen. Als sie gefragt wurde, ob nicht sie diese Aufgabe übernehmen wolle, überlegte Gabriele Koreng nicht allzu lange. „Innerhalb von drei Tagen“, erzählt sie lächelnd, habe sie sich entschieden, das Angebot anzunehmen. Als dann die Schulleiterstelle in Deidesheim frei wurde, bewarb sie sich für diese, denn „eine bilinguale Schule, ein Musikschwerpunkt mit Bläserklasse, das passt“, befand sie. Ursprünglich, verrät sie auf Nachfrage, habe sie auch gar nicht für das Lehramt an Grundschulen studiert, sondern Germanistik und Geografie fürs Gymnasium. Nach dem Studium allerdings zog sie erst einmal ihre drei Kinder groß. „Durch Zufall“ sei sie dann beim Wiedereinstieg an einer Grundschule gelandet. In dieser Schulform habe sie sich so wohlgefühlt, dass sie sich dazu entschloss, dabei zu bleiben und die „Wechslerprüfung“ zu machen. Diese zusätzliche Abschlussprüfung für das Lehramt an Grundschulen war ihr wichtig, denn „was ich mache, möchte ich auch richtig machen“, sagt sie. Für den Lehrerberuf entschieden hat sich Gabriele Koreng „schon sehr früh. Sicher auch, weil ich selbst gute Lehrer hatte“, erinnert sie sich. Und davon möchte sie etwas weitergeben: „Ich möchte den Kindern eine gute Schulbildung und einen guten Start ins Leben ermöglichen.“ Ihr Ziel sei es, den Kindern gemeinsam mit den Kolleginnen die Möglichkeit zu geben, „die Fähigkeiten zu entfalten, die in ihnen schlummern. Das schließt intellektuelle Fähigkeiten ebenso ein wie musische und das soziale Verhalten.“ Zudem solle Schule Vorbild sein, denn wichtig sei auch die Vermittlung von Werten. Bedingt durch das Geografiestudium liegt ihr zudem auch heute noch sehr viel daran, geschichtliche und geografische Gegebenheiten im Unterricht zu verankern. Eine wunderbare Gelegenheit dazu sei in Deidesheim natürlich die alljährliche Geißbockversteigerung. Der kleine Stoffgeißbock, der ihr bei der Amtseinführung überreicht wurde, passe daher insofern gut zu ihr, weil ihr auch daran liege, die Tradition zu wahren. Aber auch die Schnecke, Symbol für die Cittàslow Deidesheim, sei ein guter Begleiter auf ihrem weiteren Weg. „Ich presche im Allgemeinen sehr gern vorwärts“, sagt Gabriele Koreng von sich, „da ist so ein kleiner Entschleuniger nicht fehl am Platz.“ Das bedeute auch, dass eventuelle Veränderungen an der bilingualen Grundschule nicht von heute auf morgen eintreten werden. Wichtig sei auch, das Bewährte zu erhalten und auszubauen, sagt Koreng. So geht beispielsweise die erste Bläserklasse jetzt zu Ende. „Es wird auf jeden Fall einen neuen zweijährigen Bläserjahrgang für die zweiten und dritten Klassen geben“, verspricht Gabriele Koreng. Und selbstverständlich würden die bilingualen Klassen weiterhin intensiv den Austausch mit Frankreich pflegen. Vorgesehen ist unter anderem ein Besuch deutscher und französischer Schüler im Landauer Zoo inklusive einer zweisprachigen Rallye. Und auch für die Englisch-Klassen seien bereits zahlreiche Unternehmungen geplant. Gabriele Koreng ist eine vielseitig interessierte Frau. Zur Entspannung arbeitet sie gern im Garten, liest gern auch mal ein spannendes Buch und geht wandern. Zudem hat sie ein Enkelkind, das gern mit der Oma spielt, und „auch die Musik ist ein wichtiger Baustein in meinem Leben“, betont sie. Sie spielt Gitarre, und das seit vielen Jahren auch in der Gruppe „Nota bene“ in Wachenheim und im Gitarrenensemble der Musikschule Bad Dürkheim. (hjm)