Interview RHEINPFALZ Plus Artikel Warum Wasserball-Zweitligist SC Neustadt aufs Aufstiegsturnier verzichtet

Thorsten Preuß
Thorsten Preuß

Der SC Neustadt bestreitet am Samstag um 13.30 Uhr beim Post-SV Nürnberg seine letzte Begegnung in dieser Saison. Gewinnt der SCN oder spielt er unentschieden, ist er Meister der Zweiten Wasserball-Liga Süd.

Als Meister wäre das Team berechtigt, ein Turnier mit den anderen Regionalmeistern um den Aufstieg in die Bundesliga-B-Gruppe zu bestreiten. Das war auch vor Saisonbeginn das erklärte Ziel von Trainer Thorsten Preuß.

Herr Preuß, am vergangenen Wochenende teilten Sie mit, dass der SCN auf ein Aufstiegsturnier verzichtet. Sie erklärten es damit, dass die SCN-Spieler aktuell aus beruflichen Gründen noch nicht für einen Aufstieg bereit seien. Manche wissen noch nicht, an welchem Ort sie ihr Studium beginnen. Um welche Spieler geht es konkret?
Stefan Ehrenklau und Benedikt Hummel möchten ihre Karriere in der Ersten Mannschaft beenden. Berufliche Gründe gibt es bei Hendrik Hummel, der sich mehr auf seine Ausbildung konzentrieren will, und bei Philipp Guth, der im Februar eine Ausbildung beginnt. Und Timo van der Bosch kann aus beruflichen Gründen nicht bei allen Auswärtsspielen dabei sein.

Ihre Routiniers wie van der Bosch und Matthias Held sind beruflich hier in der Region stark eingespannt. Beide führen die Torjägerliste der Südliga an. Van der Bosch hat 52 Tore erzielt, Held 42. Können sich die beiden Spieler überhaupt vorstellen, noch einmal in der Erste Liga zu spielen?
Ja, beide hätten sich mit Einschränkungen vorstellen können, in der Ersten Liga zu spielen. Auch wenn beruflich und familiär bedingt, beide nicht regelmäßig am Training teilnehmen können, „brennen“ sie nach wie vor für ihren Sport und setzen dies auch im Training und Spiel um.

Mit welchen Abgängen rechnen Sie?
Sergio Ramirez zieht beruflich bedingt nach München um. Jakko Vagts startet sein Medizinstudium. Alexandros Vlantoussis beginnt spätestens im Februar sein Studium in Maastrich.

Wie sieht es mit Zugängen aus?
Zugänge haben wir vor allen Dingen aus der jetzigen U18-Mannschaft. Zumindest so lange, bis auch sie ein Studium in ein bis zwei Jahren beginnen. Alex Chaloupka, Ege Engin, Moritz Giese, Benedikt Grüne, Kristof Meszaros, Paul Reining, Marius Schuler, Jannik Welke, Maksim Bahchevanov sind also sozusagen die ersten neun offiziellen Neuzugänge in der Männermannschaft.

Die Zweitliga-Saison war bis auf die überraschende Niederlage des SCN beim WSV Vorwärts Ludwigshafen ein Selbstläufer für Neustadt. Ist das Team in dieser Spielklasse nicht auch in der nächsten Saison unterfordert?
Nein, es wird nicht langweilig werden mit den zwei Bundesliga-Absteigern Cannstatt und eventuell Weiden. Auch wissen wir nicht, wie sich die anderen Teams verstärken. Unser Kader ist größer geworden. Wir haben dadurch die Möglichkeit einer Rotation der Spieler, so dass wir gegen vermeintlich schwächere Gegner die noch unerfahrenen U18-Spieler langsam an die Zweite Liga heranführen können.

Sie sind in dieser Saison als Nachfolger von Davorin Golubic mit vielen Ideen und sehr engagiert als Trainer eingestiegen. Wie geht es Ihnen selbst damit, dass das Ziel Erste Liga vorerst vom Tisch ist?
Dieses Jahr, mit dieser Konstellation an Spielern, hätten wir bestimmt das Aufstiegsturnier gewonnen. So einfach wie aktuell wird es in Zukunft nicht mehr werden. Das tut dann schon weh, wenn man aus dem Traum gerissen und mit der Realität konfrontiert wird. Die Idee, in der Ersten und gleichzeitig Zweiten Liga mit zwei Teams zu spielen, war aber schon auf dem Blatt wackelig. Zu viele Fragezeichen gab es bei den notierten Spielern, sowohl bei der Ersten und Zweiten Liga. Die Anfragen an zusätzliche Spieler zur Unterstützung und deren definitive Zusagen waren auch fraglich. Insgesamt hatten wir, das Trainerteam, auch das Gefühl, dass der Wunsch nach der Ersten Liga nur vereinzelt und nicht von allen Spielern getragen wurde.

Interview: Heike Klein

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