Am Rande der Bande
Warum Neustadter Wasserball-Fans in Hannover das Stadionbad vermissen
Nun, es war nicht das Traumwochenende der Wasserballer vom SC Neustadt. Die Männermannschaft verlor überraschend in der Zweiten Liga Süd beim WSV Vorwärts Ludwigshafen. Und die U18-Jungs mussten in Hannover drei herbe Niederlagen im ersten Finalturnier um die deutsche Meisterschaft hinnehmen. Dabei trafen sie auf Gleichaltrige, die wesentlich bessere Trainingsbedingungen haben und aus einem großen Vorrat an jungen Spielern schöpfen können.
Und doch lief bei Gastgeber White-Sharks Hannover nicht alles nach Plan. Das Team siegte nur gegen den SCN und steckte zwei Niederlagen ein, auch gegen Krefeld, das in der Hauptrunde noch hinter den „Weißen Haien“ gelandet war. Hannovers Kassenwart Jan Rotermund ist Nationalspieler und berichtete vor dem Turnier noch stolz: „Wir sind mehrfacher U18-Meister, 2017 bis 2021 holten wir den Titel. 2022 waren wir Vizemeister. Die Hauptrunde beschlossen wir auf Platz zwei. Fünf unserer Jungs der U16/U18 sind Nationalspieler. Dazu kommen zwölf weitere, die im erweiterten Bundeskader sind.“
Zehn Euro Eintritt
Dennoch lockten die Haie zu ihren Begegnungen im eigenen Gewässer nur wenige Fans an den Beckenrand. Die Atmosphäre in dem Bad im Olympiastützpunkt Hannover war steril, nicht darauf ausgelegt, dass Fans bequem mitfiebern können. Und dennoch verlangte der Verein Eintritt: Zehn Euro pro Person waren für das gesamte Turnier fällig. Aus Neustadt war eine Handvoll Fans dabei. Neben den Eltern von Torwart Kristof Meszaros waren auch die Eltern von Spieler Marius Schuler und die Mama von Alex Chaloupka nach Hannover gereist. Mit einem Bändchen um dem Handgelenk, ähnlich wie in vielen „All-Inklusive-Hotels“ im Urlaub, konnten sie so alle Spiele verfolgen.
Weil die Stimmung nach der 2:18-Auftaktniederlage des SCN gegen Potsdam bei den SCN-Anhängern nicht besonders gut war, feierten sie sich selbst ein bisschen. „Wir sind auch als Eltern stolz darauf, dass wir hier sind“, betonte daher Papa Viktor Meszaros. Und fachmännisch analysierte er: „Die Jungs hatten jetzt zwei Wochen kein Training mit dem Ball, das ist halt komplett schief gelaufen.“ Trotzdem durfte er einige gute Paraden seines Sohnes beklatschen. Auch Familie Schuler ließ sich die Laune nicht verhageln. „Wir wollen uns noch ein bisschen die Stadt ansehen“, verriet sie. SCN-Coach Peter Jacqué vermisste ebenfalls die aus dem Neustadter Stadionbad gewohnte tolle Kulisse.
Einladung für Laux
Weil für ein Turnier 15 Spieler gelistet werden dürfen, aber für das jeweilige Spiel nur 13 aufgestellt werden können, musste er für die drei Spiele rotieren. So waren Flynn Laux und Tin Ljubic Zuschauer gegen Potsdam. Die beiden hätten sich am liebsten verkrochen, als sich abzeichnete, dass es gegen den Favoriten eine „Klatsche“ gibt. „Wir hatten ja erwartet, dass es schwer wird. Potsdam ist der Favorit. Aber dass wir so deutlich verlieren, hätten wir nicht gedacht“, verriet Laux. Er und Ljubic kamen aber in den Spielen gegen Hannover und Krefeld zum Einsatz. Dort spielte der 14-jährige Laux so auffällig, dass er neben Matteo Ananias eine Einladung des Bundestrainers zum nächsten Lehrgang der deutschen Junioren erhalten wird.