Wochenspiegel
Von hinten durch die Brust ins Auge
Vor Weihnachten hat das Christkind naturgemäß jede Menge zu tun. Etliche Wunschzettel müssen abgearbeitet werden, von großen und kleinen Einsendern. Hilfestellung bekam es in diesem Jahr allerdings von der SPD während der Stadtratssitzung in dieser Woche. Damit kann es sich sozusagen einen Botengang unter den Weihnachtsbaum sparen. Zumindest, wenn es um einen brennenden Wunsch geht, der die Festhalle Duttweiler betrifft.
Dort ist es nämlich viel zu dunkel. Nicht immer, aber zumindest dann, wenn die Tischtennisspieler ein Match haben. Immerhin ist Duttweiler aktuell mit einer Mannschaft in der zweiten Pfalzliga vertreten. Doch wann immer sie ein Heimspiel haben, gibt es Ärger. Zu wenig Licht, und dieses noch schlecht verteilt, heißt es von Seiten der Liga-Gegner.
Keine Ausrede
Dass diese nur nach einer Ausrede suchen, ist eher unwahrscheinlich. Denn tatsächlich sollen Verbandsschiedsrichter vor den Partien schon die Lichtstärke nachgeprüft haben – mit eigenen Messgeräten, warum auch immer ein Schiri so etwas im Handgepäck hat. Daher steht fest, dass sogar die Mindeststärke von 600 Lux unterschritten wird, von den empfohlenen 1000 Lux gar nicht erst zu reden.
Das Licht-Problem ist nicht neu, was in Neustadt allerdings keine Überraschung sein dürfte. Seit 2021 soll sich Ortsvorsteher Kay Lützel bei der Stadtverwaltung unermüdlich mehr Lux für seine Tischtennisspieler gewünscht haben. Geld stand dann im 2023er Haushalt bereit, zusätzlich wurde ihm von einem städtischen Mitarbeiter versprochen, das Problem werde im Sommer erledigt. Eine leere Versprechung, wie Lützel erfahren musste, und seitdem erreiche ihr Mann den Mitarbeiter nicht mehr, wie Gaby Lützel den Stadtrat am Dienstag erhellte.
Kuriose Situation
Dort hatte die Frage der Lux-Stärke nämlich für eine durchaus kuriose Situation gesorgt. Warum Duttweiler eine bessere Beleuchtung nicht in seine Haushaltswünsche 2024 aufgenommen hatte, war mit der Aussage von Gaby Lützel zwar schnell geklärt. Indes war es die SPD, die sich dem Thema vorab angenommen hatte und deshalb eine Bürgeranfrage des früheren Ortsvorstehers von Duttweiler, Gerhard Syring-Lingenfelder, seines Zeichens FWG, per Antrag unterstützte. Dass Syring-Lingenfelder nicht seine eigenen Freien Wähler bemühte, lässt nicht auf das beste Verhältnis zwischen der Wählergruppe und ihrem altgedienten Weggefährten schließen.
Insofern dürfte es zumindest der FWG zupass gekommen sein, dass am Ende des Tages nicht über den SPD-Antrag abgestimmt werden musste. Denn Oberbürgermeister Marc Weigel, selbst ein FWG-Mann und irgendwie nicht sonderlich amüsiert in jenem Moment, sagte zu, die Sache zu bereinigen – auch ohne Antrag. Sein Hinweis, dass sich die Ortsvorsteherinnen und Ortsvorsteher immer direkt an den Stadtvorstand wenden sollten, wirkte dabei so, wie wenn von 600 Lux auf 601 Lux hochgedimmt würde.