Neustadt Viele „historische Tiefststände“

Wohnungseinbrüche: mit 44 Fällen, darunter zehn Delikte untertags, deutlich weniger als im „Rekordjahr“ 2016.
Wohnungseinbrüche: mit 44 Fällen, darunter zehn Delikte untertags, deutlich weniger als im »Rekordjahr« 2016.

Haßloch und die Verbandsgemeinde Deidesheim sind eine sichere Region“, bestätigte der Erste Kriminalhauptkommissar Manfred Husch bei der Vorstellung der Kriminalstatistik 2018. Für rund 34.000 Einwohner, davon rund 21.000 in Haßloch, ist die Polizeiinspektion (PI) zuständig. Für Haßloch wurden 1186 Straftaten erfasst (2017: 1337). In der Verbandsgemeinde Deidesheim hat die Polizei 518 (462) Delikte festgehalten. Die Statistik erfasst das „Hellfeld“, also der Polizei bekannt gewordene und registrierte Straftaten, erläuterte Husch. Dessen Größe variiere je nach Delikt und sei auch vom Anzeigeverhalten abhängig. Über den Umfang des „Dunkelfelds“ könnten nur Vermutungen angestellt werden. Die Statistik sei also kein genaues Abbild der Kriminalitätswirklichkeit und ihre Aussagekraft somit beschränkt. Die „Häufigkeitszahl“ bezeichnet die Anzahl der polizeilich registrierten Straftaten, bezogen auf 100.000 Einwohner. In Haßloch und der VG Deidesheim liegt sie bei 5031 (5600). Das Risiko, hier Opfer einer Straftat zu werden, ist laut Husch auf einem „historischen Tiefststand“. In Haßloch allein liegt die Häufigkeitszahl bei 5532 (6236), in der VG Deidesheim ist sie auf 4167 (3716) gestiegen. 786 Tatverdächtige, leicht mehr als im Vorjahr, wurden ermittelt: Husch spricht von „normalen Schwankungen und keinen Auffälligkeiten“. 571 (515) Deutsche waren darunter, davon 437 Männer. Mit 113 (94) war die Zahl der nichtdeutschen Tatverdächtigen rückläufig. Bei einem Großteil der von Zuwanderern begangenen Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße) handle es sich um eher einfach gelagerte Delikte. Seit 2016 würden die Zuwanderer in einer eigenen Gruppe in der Kriminalstatistik erfasst. Jedes Jahr sei ein Rückgang zu verzeichnen, von 89 Fällen 2016 über 63 (2017) auf 34 (2018). 212 (180) Tatverdächtige waren unter 21 Jahre alt, davon 89 Heranwachsende, 91 Jugendliche und 32 Kinder. Diese Gruppe macht einen Anteil von über einem Viertel an der Gesamtkriminalität aus. Ins Gewicht fallen hier die bei einer Graffiti-Serie verübten Straftaten. Insgesamt 343 (398) Menschen wurden Opfer einer Straftat. Gewalt in engen sozialen Beziehungen wurde in 58 (35) Fällen registriert. Allerdings sei eine hohe Dunkelziffer anzunehmen. Straftaten gegen das Leben (Mord, Totschlag, fahrlässige Tötung) wurde einmal verzeichnet. Die Zahl der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung ist um zwei Fälle auf 21 gestiegen, die Aufklärungsquote von 95 auf 76 Prozent gefallen. Rohheitsdelikte bezeichnen Straftaten, deren Ausführung mit Gewaltanwendung durchgesetzt wird (unter anderem Körperverletzungs-, Raubdelikte) sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit (Nötigung, Bedrohung, Freiheitsberaubung). Hier sind mit 288 Fällen 51 weniger als im Vorjahr registriert worden, bei einer Aufklärungsquote von fast 90 Prozent. Auch bei den Körperverletzungen ist ein Rückgang um 35 Fälle auf 193 zu verzeichnen, davon 26 mal gefährliche Körperverletzung. Aufklärungsquote: über 90 Prozent. In 523 Fällen, 146 weniger als im Vorjahr, wurde Eigentumskriminalität festgestellt, die Aufklärungsquote bleibt mit knapp 23 Prozent niedrig. Einen weiteren „historischen Tiefststand“ mit einem Rückgang um 111 Fälle auf 158 weist der Bereich „Fahrraddiebstähle“ auf. Davon freilich konnten nur 7,6 (10) Prozent aufgeklärt werden. Die Wohnungseinbruch-Diebstähle liegen deutlich unter dem Rekord von 2016 (110), sind aber wieder auf 44 (34) angestiegen, davon 10 Tageswohnungseinbrüche. Diebstähle an und aus Autos nahmen mit 79 Delikten wieder leicht zu. Vermögens- und Fälschungsdelikte, insbesondere alle Betrugsdelikte, bleiben auf gleichem Niveau (255), Aufklärungsquote: 80 Prozent. Bei den sonstigen Straftatbeständen wie Sachbeschädigungen (239), Hausfriedensbruch, Beleidigung und Umweltdelikten beläuft sich die Summe auf 431 (422). Einen starken Anstieg verzeichnet die Polizei bei der Betäubungsmittelkriminalität, also allen Rauschgiftdelikten nach dem Betäubungsmittelgesetz: 126 Fälle gegenüber 46 im Vorjahr. Straßenkriminalität umfasst alle Delikte im öffentlichen Raum, darunter Raub, Diebstähle aus Fahrzeugen oder Körperverletzungen. Diese Delikte in der Öffentlichkeit bestimmten das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen, betonte Husch. 492 (530) Fälle und eine Aufklärungsquote von 24 (21,3) Prozent weist die Statistik aus.

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