Neustadt
VG Maikammer: Schlimmste Unwetterschäden in St. Martin
Die Verbandsgemeinde Maikammer war von dem Unwetter am Samstag besonders heftig betroffen. Die Feuerwehr war über sechs Stunden im Einsatz. Der größte Schaden ist in der Friedhofstraße in St. Martin entstanden.
„So etwas habe ich in 35 Jahren bei der Feuerwehr noch nie erlebt“, sagte Peter Breitner, Einsatzleiter der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde, am Montag. Maikammer liege im Schutz der Kalmit und bleibe von Unwettern deshalb häufig verschont. Dieses Mal war es anders. Die Verbandsgemeinde und Teile Neustadts traf es am schwersten, während es beispielsweise im Gäu ruhig blieb.
Los ging es um 18.45 Uhr. Bis um 1 Uhr in der Nacht sollten die Feuerwehrleute über 70 Einsätze stemmen, teils in der Verbandsgemeinde Maikammer, teils in Edenkoben. „Die Kooperation ist sehr eng, es hing hin und her“, sagte Breitner. Der Regen kam mit einer solchen Wucht, dass das Wasser zum Teil gar nicht in die Kanalisation ging, sondern über die Straße schoss. Zahlreiche Keller liefen voll.
Schwachstellen habe er indes keine ausgemacht. „Das war so etwas wie ein Jahrhundertereignis“, erklärte er. Die Kanalisation so auszubauen, dass solche Wassermassen gefasst werden, sei unmöglich.
Friedhofstraße unterspült
In Maikammer wurde die höchste Anzahl an Einsätzen gezählt, in St. Martin der größte Schaden. Die Friedhofstraße wurde unterspült, der Asphalt hochgedrückt. Die Straße ist jetzt erst einmal gesperrt. Ortsbürgermeister Timo Glaser hofft, dass die Schäden nach der Kerwe, die am kommenden Wochenende steigt, zügig behoben werden.
An der Kreisstraße 32 zwischen Maikammer und St. Martin habe sich „das alte Problem“ gezeigt. Die Straße musste vorübergehend gesperrt werden, weil der Asphalt sich löste. „Das war beim letzten Starkregen schon so“, informierte Glaser. Die Straße müsse grundlegend saniert werden, bisher sei aber noch nichts gemacht.
In Maikammer waren hauptsächlich Privathäuser betroffen. Auch hier liefen zahlreiche Keller voll. Von größeren Schäden habe er bisher nichts gehört, berichtete am Montag Ortsbürgermeister Karl Schäfer. Bei einem Rundgang durch die Weinberge habe er festgestellt, dass in neu angelegten Lagen am Hang Erdreich abgeschwemmt worden sei. Ansonsten habe er den Eindruck gehabt, dass es relativ ruhig sei.
Kirrweilers Ortsbürgermeister Rolf Metzger kam am Samstag erst später nach Hause. „Da war der Spuk schon vorbei“, erzählte er. Am Montag schaute er sich dann die Folgen an. Der Ort sei in sehr unterschiedlichem Maß betroffen gewesen. Während im Bahnhofsbereich, der tiefsten Stelle des Ortes, viele Keller nass wurden, regnete es im östlichen Teil kaum. Das Regenrückhaltebecken habe funktioniert. Das Problem im Westen: „Das Wasser schoss die Straße herunter, und manche Häuser liegen unter dem Straßenniveau“, so Metzger.