Neustadt
VG Deidesheim: FWG fordert Bürgerbus
Die FWG fordert einen Bürgerbus für die Verbandsgemeinde Deidesheim. Gerade ältere Menschen könnten davon profitieren, sagte Martina Dopp (FWG Meckenheim) im Ausschuss für Senioren, Soziales und Sport.
Bereits 60 Kommunen in Rheinland-Pfalz haben ein solches Projekt umgesetzt, und noch keines wurde mangels Resonanz wieder eingestellt. Die Organisation kann unterschiedlich gehandhabt werden, beispielsweise mit einem Bürgerbusverein. Die ehrenamtlichen Fahrer sind auf jeden Fall versichert.
Verbandsbürgermeister Peter Lubenau (CDU) stellte das ÖPNV-Angebot in der Verbandsgemeinde vor und verdeutlichte, dass bis auf sonntags und abends stündlich Busse fahren. Walter Metzler (FWG Forst) monierte, dass es keine direkte Busverbindung zwischen Forst und Wachenheim gebe. Dabei gingen viele ältere Forster Bürger dorthin zum Arzt.
CDU eher skeptisch
Die CDU-Fraktion steht dem Vorhaben etwas skeptisch gegenüber. Das System des Nahverkehrs müsse als Ganzes betrachtet werden, sagte Bernhard Klein, Ortsbürgermeister von Forst. Zunächst sollte der Bedarf ermittelt und überlegt werden, wer damit fahren soll. Es dürfe keine Konkurrenz zu den bestehenden Angeboten entstehen. Dieses Problem sieht die FWG nicht. Für Taxis seien Kurzstrecken eher unrentabel. „Da spuckt keiner dem anderen in die Suppe“, ist sich Metzler sicher.
Auch die Verbandsgemeinde Wachenheim beschäftigt sich derzeit mit dem Thema Bürgerbus. Vielleicht sei es möglich, mit den Wachenheimern eine Kooperation einzugehen, schlug Dopp vor. Lubenau entgegnete, dass dann das Konzept gleich sein müsse. In der Verbandsgemeinde Deidesheim stehe man in der Thematik aber noch ganz am Anfang.
„Das Interesse ist da“
Dagegen hat es in Wachenheim bereits eine Informationsveranstaltung mit der Agentur Landmobil gegeben. Metzler war dort und berichtete: „Die Veranstaltung war sehr informativ und interessant.“ Es seien überwiegend ältere Bürger gekommen, für die der Bürgerbus auch überwiegend gedacht sei. „Das Interesse ist auf jeden Fall da“, sagt Metzler. Und die Umsetzung scheine einigermaßen erschwinglich zu sein.
Wie das Projekt funktionieren kann, wurde am Beispiel der Verbandsgemeinde Langenlonsheim dargestellt. Hier war der Start bereits im Jahr 2012. Inzwischen fährt der Bürgerbus, der fünf Personen befördern kann, ganztägig an drei Wochentagen. Wenn möglich werden auch die Wünsche der Fahrgäste berücksichtigt. Mit dem Bus geht es zum Einkaufen, zum Arzt, Friseur, Friedhof oder zur Apotheke. Um soziale Kontakte aufrecht zu erhalten, ermöglicht der Bürgerbus auch private Besuche bei Verwandten und Bekannten. Für eine Terminabstimmung genügt ein Anruf beim Telefondienst. Der Fahrdienst ist kostenlos. Das Projekt wird über Spenden und Sponsoren finanziert. Diese erhalten als Gegenleistung eine Werbefläche auf dem Bürgerbus.
Die Freien Wähler wollen, dass die Agentur Landmobil das Projekt auch in der Verbandsgemeinde Deidesheim vorstellt.
Kommentar von Kathrin Keller
Im Kreis Bad Dürkheim ist der erste Bürgerbus vor über 20 Jahren eingerichtet worden – in der Verbandsgemeinde Freinsheim. Inzwischen gibt es das Angebot auch in den Verbandsgemeinden Lambrecht und Leininger Land, in Wachenheim ist es im Entstehen, in Haßloch wird darüber diskutiert. Die Vorteile liegen auf der Hand. Das System bietet besonders älteren Menschen mehr Mobilität, fördert die sozialen Kontakte und das ehrenamtliche Engagement.
Warum also sollte es nicht auch in der Verbandsgemeinde Deidesheim etabliert werden? Die Bedenken der CDU sind nur schwer nachzuvollziehen. Zumal mit der Agentur Landmobil ein Partner vorhanden ist, der Erfahrung hat und auch in der Verbandsgemeinde Wachenheim mit im Boot ist.