Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Vertrag mit Nextbike soll verlängert werden

Eine Nextbike-Teststation befindet sich am DLR-Gelände/Weincampus in Mußbach.
Eine Nextbike-Teststation befindet sich am DLR-Gelände/Weincampus in Mußbach.

Nach anfänglicher Skepsis ist die Neustadter Stadtverwaltung inzwischen vom Fahrradmietsystem VRN-Nextbike überzeugt. Daher soll der Vertrag verlängert werden, auch wenn das mit höheren Kosten verbunden ist.

Kein leichter Job für Christine Locher am Donnerstagabend. Die Abteilungsleiterin Verkehrsplanung musste ihren Vortrag zu den Erfahrungen mit dem Fahrradmietsystem VRN-Nextbike gleich zweimal halten. Erst im Hauptausschuss, später dann noch im Bauausschuss. Immerhin hat sich die Mühe gelohnt, denn beide Gremien stimmten der von der Verwaltung gewünschten Vertragsverlängerung zu. Nun fehlt noch das Ja des Stadtrats. Er tag am Dienstag.

Locher erinnerte an die bisherige Entwicklung. 2019 wurde beschlossen, das Mietsystem VRN-Nextbike auch in Neustadt einzuführen. Seit August 2020 gibt es nun mindestens 70 Mietfahrräder an 14 Stationen im Stadtgebiet – inzwischen sind am DLR-Gelände/Weincampus sowie bei der SGD Süd noch zwei Teststationen installiert worden. Der Vertrag läuft bis Ende 2024. Die Gesamtkosten für das Mietangebot, bei dem die Nutzer via App Fahrräder gegen eine entsprechende Gebühr ausleihen können, liegt Locher zufolge für den gesamten Vertragszeitraum bei 193.000 Euro. Inzwischen hätten sich auch die Nutzerzahlen positiv entwickelt. 2020 habe es monatlich etwa 240 Fahrten gegeben, weshalb wir „uns im Februar 2022 noch gegen eine Verlängerung ausgesprochen hatten“. Seit Sommer 2022 gebe es jedoch einen „deutlichen Anstieg“ auf gut 400 Fahrten pro Monat. Besonders stark sei die Nachfrage am Hauptbahnhof, auf diesen Haltepunkt entfallen ein Drittel aller Ausleihen. Aber man sei generell mit der Nachfrage an allen Stationen zufrieden, so Locher.

Kosten: 62.000 Euro

Inzwischen gehörten die Mieträder zum Neustadter Mobilitätsangebot. „Die Bürger haben das Angebot verstanden und nutzen es jetzt selbstverständlich“, betonte Locher. Daher ist die Stadtverwaltung nun für eine Verlängerung des Vertrags bis Ende 2025. Es wird nur über ein Jahr gesprochen, „da der Verkehrsverbund VRN dann alles neu ausschreibt und ab 2026 neu vergibt“, erklärte Locher. Für Neustadt sei es wichtig, das Angebot durchgehend zu haben, sagte sie – auch wenn das allein für 2025 rund 62.000 Euro kosten werde, da die Förderung wegfalle. „Wir wollen trotzdem die Überbrückung im Jahr 2025 und wollen nicht zuletzt wegen der Landesgartenschau auch unser Interesse an der Folgeausschreibung ab 2026 bekunden“, so Locher.

Verkehrsdezernent Bernhard Adams betonte: „Es ist heutzutage zu erwarten, dass eine Stadt wie Neustadt so ein System anbietet. Wir müssen Rückschritte vermeiden.“ In beiden Ausschüssen bekamen Locher und Adams für ihre Argumentation Rückendeckung. Allerdings nutzten die Kommunalpolitiker über das grundsätzlich Lob hinaus die Gelegenheit, um auch Wünsche für die Zeit ab 2026 zu äußern. So plädierten unter anderem Pascal Bender (SPD) und Rainer Grun-Marquardt (Grüne) dafür, dass man angesichts der besonderen Topographie Neustadts dann über leichtere Räder oder Elektroantrieb nachdenken sollte. Für die CDU regte Clemens Stahler noch an, eine Optimierung und gegebenenfalls Neuverteilung der Ausleih-Standorte zu prüfen.

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