Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Verdächtiger Blutfleck: Jugendliche absolvieren Planspiel bei Polizei

Spurensicherung unter Anleitung von Polizistin Marion Scharwatz: Justin Langlitz findet in einem Auto Drogen und Bargeld.
Spurensicherung unter Anleitung von Polizistin Marion Scharwatz: Justin Langlitz findet in einem Auto Drogen und Bargeld.

Spuren sichern, einen Tatverdächtigen in Handschellen abführen und dessen Fingerabdrücke nehmen – das und noch mehr erlebten Jugendliche bei einem Planspiel der Polizei.

Jungen Menschen einen Einblick in die Polizeiarbeit zu gewähren und ihnen den Beruf näher zu bringen, das ist Ziel der landesweiten Aktionswoche „Deine PoliZEIT“. In Neustadt haben sich zehn Jugendliche zu einem Planspiel angemeldet.

„Eine super Gruppengröße“, wie Daniel Henrich von der Polizei Neustadt findet. Er leitet die Aktion im Hof der Wache. Das vorbereitete Szenario: Ein Funkspruch aus der Talstraße meldet einen Unfall mit Fahrerflucht. Die Teilnehmenden bilden ein Streifenteam. Unter Anleitung der Beamten ist es ihre Aufgabe, vor Ort die Spurensicherung zu betreiben. „Anschauen, Bilder machen, sicherstellen“, fasst Henrich die Reihenfolge der Spurensicherung zusammen.

Dose mit weißem Pulver

Im Wagen des Unfallverursachers finden die jungen Leute später eine Dose mit weißem Pulver, das sich als Methamphetamin herausstellt, besser bekannt als „Crystal Meth“. Neben der synthetischen Droge entdecken die Teilnehmer eine weitere Dose mit Fingerabdrücken darauf und ein Abdruck an der Scheibe. Alles wird untersucht und sichergestellt. Außen am Fahrzeug fällt ihnen ein Blutfleck auf, der mit einem Wattestäbchen gesichert wird. Anschließend wird der mutmaßliche Täter noch verhaftet und in Handschellen abgeführt. Auch das dürfen die Jugendlichen selbst ausprobieren.

Mit Süßigkeiten und Getränken gestärkt, geht es dann mit der erkennungsdienstlichen Behandlung weiter. Die Polizei in Neustadt hat den Vorteil, dass die Kriminalpolizei im gleichen Haus ist. Bei der Kripo wird der mutmaßliche Täter gewogen und gemessen, außerdem werden Finger- und Handabdrücke genommen. Wie man es aus Filmen kennt, werden Fotos von dem Mann gemacht: von vorne und im (Halb-)Profil. „Tätowierungen, Narben oder weitere besondere Merkmale werden gesondert fotografiert, wenn welche vorhanden sind“, erläutert Henrich. Abschließend dürfen alle noch Fingerabdrücke mit unterschiedlichen Pulvern auf verschiedenen Oberflächen sichern und mit selbstklebender Folie auf Beweiskarten kleben und beschriften.

Aktion kommt gut an

Bei den Teilnehmern kommt die Aktion gut an. Besonders gefällt ihnen, dass sie selbst aktiv sind. „Ich hätte nicht gedacht, dass wir etwas machen dürfen. Vor allem die Festnahme fand ich sehr cool“, meint etwa ein Jugendlicher. „Dass wir Fingerabdrücke nehmen und den Täter stellen konnten, hat mir sehr gut gefallen“, sagt eine 14-Jährige, die gerne Polizistin werden möchte und im Juni ein zweiwöchiges Praktikum bei der Polizei machen wird. Auch der 15-jährige Justin möchte Polizeibeamter werden und hat ein Schulpraktikum vor sich: „Es war toll, was alles für uns vorbereitet und aufgebaut wurde. Ich habe einen realistischen Eindruck von der Polizeiarbeit gewonnen.“

Daniel Henrich hält viel davon, Jugendliche früh an die Polizeiarbeit heranzuführen. Er selbst habe bei seiner Berufswahl zwischen Polizei und Lehramt geschwankt: „Interessierte dürfen sich gerne bei uns melden.“

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