Neustadt Urkunden für die „Urgesteine“

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Die Kolpingkapelle Deidesheim besteht derzeit aus 40 Musikern, von denen nicht wenige der Kapelle seit Jahrzehnten treu geblieben seien, erklärt Musikleiter Karl-Friedrich Groß.

Zum Frühlingskonzert in der Stadthalle Deidesheim wurden vom Landesmusikverband Rheinland-Pfalz stellvertretend von Esther Lechner einige von ihnen ausgezeichnet. Gleich fünfmal wurde die goldene Ehrennadel für 50 Jahre aktives Musizieren verliehen. Die Auszeichnung erhielten Karl-Friedrich Groß, Georg Kerbeck sowie Bernhard, Franz und Michael Welsch. Für 40 Jahre musizieren wurde die goldene Ehrennadel Petra Kistner, für 30 Jahre Silke Reinhardt überreicht. Die silberne Ehrennadel wurde für 20 Jahre aktives Musizieren an Martin Kraft und Philipp Seckinger verliehen. Wer das halbe Jahrhundert in der im Jahr 1951 vom damaligen Vorsitzenden der Kolpingfamilie Deidesheim, Pfarrer Sefrin, ins Leben gerufenen Kolpingkapelle Deidesheim zugebracht hat, hat nicht nur zahlreiche Winzerfestumzüge des Deutschen Weinlesefestes begleitet. Er hat auch Wettbewerbe bestritten, zahlreiche Vorspiele im In- und Ausland wie auch Radio- und Fernsehauftritte erlebt. Gleich dreimal kam die goldene Ehrennadel im Hause der Familie Welsch an. Die Brüder im Alter von 66, 68 und 69 Jahren erinnern sich noch gut an die Vorsprache der damaligen Verantwortlichen bei ihren Eltern an der Haustür, als Nachwuchsmusiker gesucht wurden. Nicht nur Franz, der Älteste, spielte sodann mit, sondern seine Brüder folgten. Nach verschiedenen Instrumentalausflügen spielen Bernhard und Michael heute Bariton- und Tenorhorn. Bruder Franz bläst die Tuba. Zwar wohnten heute nicht mehr alle in Deidesheim, aber gemeinsames Musizieren sei auch privat angesagt, erzählen die drei. „Nur nicht das Proben, das wäre zu viel des Guten“, lacht Bernhard Welsch. Man nehme „durch die Musik viel mit“, weshalb auch Tochter Silke, ebenfalls ausgezeichnet, in der Kolpingkapelle mitspiele und die älteste Enkelin bereits in den Startlöchern stehe, das Jugendblasorchester zu verstärken, freut sich Michael Welsch. Denn mit dem in der Kapelle bereits in den 1990er Jahren vollzogenen Wechsel von der rein traditionellen hin zur sinfonischen Blasmusik fühlten sich die jungen Leute ebenfalls wohl. Auch wenn heute niemand mehr an den Haustüren klingle, nehme die Jugend- und Nachwuchsarbeit einen wichtigen Stellenwert ein, erklärt Groß. Da könne es bei derzeit 15 Jungmusikern gerne noch Zulauf geben. Man freue sich über weitere Interessenten beim Jugendblasorchester, aber auch bei den „Altmusikern“ der Kolpingkapelle Deidesheim.

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